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Smartphone-Zubehör

Kopfhörer: Preis sagt nichts über Leistung

Tests der Stiftung Warentest zeigen: Der Preis sagt nicht unbedingt etwas darüber aus, wie gut ein Gerät klingt. Kopfhörer sollten vor allem eins: euch persönlich gefallen.

Junge Frau mit Kopfhörer (Bild: Serg Nvns / fotolia.com)
Bild: Serg Nvns / fotolia.com

Es ist unwahrscheinlich, dass eure Sitznachbarn in der Bahn oder die Eltern auf der heimischen Couch den gleichen Musikgeschmack haben oder das gleiche Hörspiel hören wollen wie ihr selbst. Doch ihr möchtet natürlich auch mit Kopfhörern ein uneingeschränktes Hörerlebnis genießen. Zum Glück ist das schon für wenig Geld möglich. Zunächst ist es aber gut zu wissen, welche Art Kopfhörer man überhaupt haben möchte.


Stöpsel im Ohr

Gewöhnliche Kopfhörer, die ihr euch in die Ohrmuschel steckt, bekommt man meist beim Kauf eines Smartphones oder MP3-Spielers mitgeliefert. Ansonsten könnt ihr sie auch an jeder Straßenecke kaufen. Diese so genannten In-Ear-Kopfhörer sind leicht, klein und unauffällig, verschließen den Gehörgang mit Polstern aus Silikon oder Schaumstoff und bringen teilweise schon für einen Preis von 25 Euro einen wirklich guten Sound. Manche Anbieter liefern Modelle in verschiedenen Größen, so dass ihr das für euch passende auswählen kannst. Natürlich sollten die Stöpsel weder drücken noch aus den Ohren rutschen. Allerdings kommt auch bei perfektem Sitz nicht jeder damit klar, einen Stecker im Ohr zu haben. Da gilt es einfach auszuprobieren. Manche Händler bieten sogar eine Probezeit.


On-Ear und Over-Ear-Kopfhörer

Gute Alternativen gibt es aber auch für alle, die mit den In-Ear-Modellen nicht glücklich werden oder nach einer schickeren Variante suchen. Die Stiftung Warentest stellt in ihren Tests so genannte ohraufliegende Modelle (On-Ear) und ohrumschließende Kopfhörer vor. Bei beiden Varianten sorgen Polster dafür, dass die Umgebungsgeräusche reduziert werden. Je nachdem, welche Form das Ohr hat, funktioniert die Abschirmung bei den ohrumschließenden Kopfhörern aber oft besser.


Umgebungsgeräusche ausblenden

Außerdem gibt es einige Kopfhörer mit so genanntem aktiven Noise Cancelling. Sie spielen ein gegenpoliges Signal ein, das die Außengeräusche maximal reduziert oder im Idealfall ganz ausschaltet. Ob das eine gute Option ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Jenny Braune von der Stiftung Warentest erklärt: "Es ist nicht immer nur vorteilhaft, die Umgebungsgeräusche auszuschalten. Wenn ich im Straßenverkehr unterwegs bin, kann es zum Beispiel gefährlich sein, gar nichts mehr mitzubekommen. Und manchmal möchte man beispielsweise kurz mit jemandem sprechen oder eine Ansagen in der Bahn verstehen. Deshalb gibt es inzwischen auch Modelle, bei denen man die Stärke des aktiven Noise Cancelling einstellen oder sogar die normale Abschirmung durch die Polster in bestimmten Situationen ausschalten kann." Vor dem Kauf gilt es also abzuwägen, in welchen Situationen ihr den Kopfhörer verwenden möchtet.


Angenehmer Sitz

In jedem Fall empfiehlt Jenny Braune, die Kopfhörer im Laden zwanzig oder dreißig Minuten zu testen, sich mit ihnen zu bewegen und zu prüfen, ob der Sitz angenehm ist. "Der eine mag es nicht, etwas auf dem Ohr sitzen zu haben, und der andere findet die Wärme unangenehmen, die sich in ohrumschließenden Kopfhörern entwickeln kann. Und während der eine gut mit Kunstlederpolstern zurechtkommt, schwört der andere auf Samtstoffpolster."


Kabellose Modelle

Vor allem schlabbrige Kabel, die sich im Rucksack direkt verknoten, sind natürlich richtig nervig. Die Stiftung Warentest rät deshalb, steife Kabel auszuwählen und gleich auszutesten, ob sie sich in der Transporttasche leicht entfalten lassen. Garantiert frei von Kabelsalat sind Bluetooth-Kopfhörer, die sich per Funk mit Smartphones, Tablets und Co verbinden. Diese Modelle sind zwar etwas teurer, aber auch schon für weniger als 90 Euro zu haben. Bedenken solltet ihr allerdings, dass ein ständig aktives Bluetooth euren Smartphone-Akku mehr belastet und es bei Bluetooth durchaus kritische Sicherheitslücken geben kann, über die Hacker euer Gerät angreifen können.


Akku-Laufzeit

Bluetooth-Kopfhörer werden mit einem Akku betrieben, wobei sie in der Regel länger durchhalten als die Abspielgeräte selbst. Und selbst wenn sie mal schlapp machen, lassen sich die meisten Modelle immer noch per Kabel anschließen. Bei einem von der Stiftung Warentest geprüften – allerdings ziemlich teuren – Modell könnt ihr den Akku austauschen. Wenn möglich, solltet ihr solch ein Produkt bevorzugen, denn ihr habt länger etwas davon und schont die Umwelt, wenn ihr nicht wegen eines kaputten Akkus die kompletten Kopfhörer in eine Werkstatt geben oder entsorgen müsst.


Sportkopfhörer

Damit sie auch beim Joggen und anderen Bewegungen nicht aus dem Ohr fallen, müssen Sportkopfhörer besonders fest sitzen. Dafür sollen Halterungen wie Hinterohrschlingen, Ohrmuschelhaken oder Nackenbügel sorgen. Es gibt Sportkopfhörer-Modelle mit und ohne Kabel. Bei einigen sind sogar Pulsmesser integriert. Aber Achtung: Laut Stiftung Warentest messen die häufig nicht richtig. Und dann ist da noch die Sache mit der Datensammlung ...


Worauf achten beim Kopfhörer-Kauf?

  • Klang: Viel Bass oder lieber ausgefeilte Höhen? Geschmäcker sind verschieden. Deshalb testet am besten verschiedene Kopfhörer und entscheidet, welcher Klang euch am besten gefällt. Orientieren könnt ihr euch auch an den Angaben zu den Frequenzen: Sie werden in Hertz (Hz) angegeben (z.B. 7 - 25.000 Hz). Je größer der Bereich zwischen den beiden Werten ist, desto mehr Töne kann der Kopfhörer wiedergeben. Wollt ihr kräftigen Bass haben, achtet auf eine möglichst niedrige Zahl am Anfang.
  • Tragekomfort: Knöpfe im oder Muscheln auf dem Ohr, offene, halboffene oder geschlossene Bauweise – was ist euch lieber? Bei offenen Kopfhörern dringen Töne auch nach außen und Geräusche von außen an euer Ohr. Bei geschlossenen bleiben Umgebungsgeräusche meist "draußen" und Menschen neben euch hören eure Musik nicht unbedingt mit. Allerdings findet auch kein Luftaustausch statt, wodurch die Ohren irgendwann sehr warm werden können.
  • Handhabung: Wie lassen sich die Kopfhörer aufbewahren, wenn ihr sie nicht nutzt? On- oder Over-Ear-Kopfhörer nehmen in einer Tasche weniger Platz weg, wenn man sie klappen oder falten kann.
  • Verarbeitung: Hier sind nicht nur Materialien wichtig, sondern auch die Art der Zusammensetzung. Wäre ja äußerst nervig, wenn bei kräftigem Bass kleine Schauben klappern und den Musikgenuss stören.
  • Stromverbrauch/Akkudauer: Wie lange der Akku halten sollte, wisst ihr wahrscheinlich selbst am besten. Auf die Angaben der Hersteller kann man sich laut Jenny Braune von der Stiftung Warentest in der Regel verlassen. Aber Achtung: Je lauter ihr eure Musik aufdreht, desto schneller macht das Gerät schlapp. Hilfreich sind Warnsignale, die nicht zu früh, aber auch nicht zu spät angehen.
  • Kosten: Wie viel Geld könnt und wollt ihr ausgeben? Bedenkt, dass der Preis nicht zwingend etwas über die Klangqualität aussagt.

(JD)

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