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Kaufen auf "Kriegste noch"

Was ist ein Kredit?

Eine Unterschrift unter einen Kreditvertrag ist schnell gesetzt – das Abstottern dauert viel länger und kann verdammt teuer werden! Was heißt es genau, einen Kredit aufzunehmen? Und was ist eigentlich ein Kredithai?

Hai unter Wasser (Bild: sxc.hu / barunpatro)
Bild: sxc.hu / barunpatro

Viele junge Menschen glauben, dass ein Kredit der leichte Weg ist, sich das erste eigene Auto, einen Flachbildfernseher oder die eigene Bude zu finanzieren. Doch der Schein trügt! Zunächst einmal: Um einen Kreditvertrag abzuschließen – egal ob bei der Bank, einem Autohaus oder einem Versandhändler – muss man in der Regel volljährig sein. Doch dann ist man absolut "geschäftsfähig", mit allen Pflichten und Risiken. Eine seriöse Bank wird die Kreditwürdigkeit prüfen, z. B. indem sie eine Auskunft bei der Schufa einholt. Stehen alle Zeichen auf "grün", dann gewährt sie einen Kredit in einer solchen Höhe, bei der sie davon ausgeht, dass die Kohle auch wieder zurück kommt (häufige Ausnahme: besondere Studienkredite). Hat sie aber Bedenken, verlangt sie entweder Sicherheiten (z. B. eine Bürgschaft oder Immobilienbesitz oder so was ...) oder lehnt die Kreditvergabe ab.



Achtung: Hände weg von Kreditvermittlern

("Kredit-Haien"), die einem ohne Prüfung sogar bei geringem Einkommen Geld besorgen wollen! Wenn man eigentlich gar nicht kreditwürdig ist und trotzdem mit Angeboten umgarnt wird, dann läuft das Ganze sehr schnell auf nutzlose Verträge mit hohen Gebühren hinaus.



Echte Zinsen und versteckte Kosten

Doch auch Banken und Sparkassen betreiben das Kreditgeschäft natürlich nicht aus reiner Nächstenliebe. Nein, sie bekommen Geld dafür – die Zinsen. Im Normalfall wird ein Jahreszins vereinbart. Der ist unter anderem abhängig von der Laufzeit des Kredits und von Rückzahlungsbedingungen. Manchmal kann die Zinshöhe festgeschrieben werden, manchmal ist der Zins aber auch variabel: das heißt, er kann sich jederzeit ändern, der Kredit kann also teurer werden, als ursprünglich angenommen.


Bei den Zinsen muss man den "Sollzins" und den "Effektiven Jahreszins" unterscheiden. Der Sollzins ist niedriger – er enthält noch keine Gebühren und ähnliches. Ausschlaggebend für einen Vergleich verschiedener Angebote ist somit der effektive Zins.


Stolperfallen beim Kauf auf Raten

Ähnlich sieht die Rechnung beim Ratenkauf aus: Immer mehr Unternehmen – Auto- oder Versandhäuser oder Elektrogeschäfte – werben mit "jetzt kaufen, später zahlen". Hier gibt es gleich zwei Stolperfallen: Zum einen fallen oft Zinsen oder Gebühren an, zum anderen kann man überhaupt nicht mehr handeln, was den Preis angeht. So zahlt man zwei mal drauf! Außerdem wird von immer mehr Anbietern gerne mit "Nullprozentfinanzierung" geworben – also ohne Zinsen und Gebühren. Zum einen sollte einen das nicht davon abhalten, den Kaufpreis selbst noch mal zu vergleichen, denn vielleicht ist der ja dafür höher als anderswo. Zum anderen sind auch Schulden ohne Zinsen immer noch Schulden – vor allem, wenn sie sich zu anderen, bereits vorhandenen hinzu addieren sollten. Und auch wenn dieser Kredit tatsächlich kostenlos sein sollte: Ist die Rate nur mit Hilfe des Dispo zu stemmen, kann es richtig teuer werden; mehr dazu auf der Seite der Verbraucherzentrale NRW.


Auch "Dispo" ist ein Kredit

Auch der Überziehungskredit (der "Dispo") auf dem Girokonto ist keine gute Alternative. Der wird meistens dann gewährt, wenn regelmäßig Geld aufs Konto kommt, zum Beispiel durch Nebenjobs. Meistens beträgt er zwei bis drei Monatsnettogehälter. Doch die Zinsen liegen hier oft bei schlappen 12 Prozent! Wer dann auch noch den Dispo sprengt (manche Banken dulden das kurzfristig), dem blühen weitere Aufschläge ...


Jeder Kredit kann ein erster Schritt in die Schuldenfalle sein. Besser ist es, erst zu sparen und dann zu kaufen. Auch wenn es ein bisschen länger dauert. Doch wie war das mit der Vorfreude?


(AB/Wi)

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1 Kommentar(e)

  • Erich Kunde Vermögensberater
     

    Kredit gegen Sparen

    Kürzlich habe ich einen Vortrag gehalten für die Azubis im Landratsamt und bei der Gelegenheit den jungen Leuten klar gemacht, wie sinnvoll Sparen ist, besonders wenn man noch staatliche Förderung dazu bekommt. Wer Anspruch auf Vermögenswirksame Leistungen hat, sollte die unbedingt nutzen! Wer im Jahr 400€ in einen Aktienfonds spart, erhält eine Förderung von 20 (in Worten zwanzig) Prozent dazu. Auch ein Bausparvertrag wird staatlich gefördert. Erich Kunde Deutsche Vermögensberatung

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