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Falsche Etiketten

Kunstfell oder echter Pelz?

Fell am Jackenkragen oder auf der Mütze ist Trend. Doch manchmal steht Kunstfell im Etikett, obwohl echtes Tierfell verkauft wird. So prüfst du, was du trägst.

Ein Mann im Mantel mit Pelzkragen an der Kapuze blickt von einem Balkon auf Häuser. Bild: hamo/checked4you.de
Bild: hamo/checked4you.de

Kunstfell steht auf dem Etikett, aber tatsächlich stammt der Pelzbesatz einer Jacke oder Mütze von Tieren – extra gezüchtet, um brutal erschlagen oder vergast zu werden. Das hat die Stiftung Warentest bei Untersuchungen einiger Kleidungsstücke im Labor herausgefunden.

Aber warum wird geschwindelt? Für echten Pelz mussten Tiere sterben. In den meisten Fällen hatten sie auch ein richtig mieses Leben – massenhaft in engen Käfigen auf großen Farmen. Danach erwartet sie in brutaler Tod. In China wird das zum Beispiel mit Marderhunden so gemacht. Ihre Felle werden sehr billig angeboten – inzwischen sogar billiger als die Produktion von Kunstfell.

Dass trotzdem Kunstfell in den Etiketten steht, kann verschiedene Gründe haben: Entweder täuschen die Hersteller ihre Kunden bewusst, weil sie fürchten, dass weniger Menschen echtes Fell kaufen würden. Oder sie werden selbst schon von Lieferanten getäuscht, die echtes Fell als Kunstpelz vertreiben.

Egal, was auf dem Etikett steht: Du kannst mit drei einfachen Methoden selbst prüfen, ob der Pelz künstlich oder echt ist.

  • Pusten. Schon bei ganz leichtem Luftzug bewegen sich echte Tierhaare. Kunstfell ist steifer.
  • Anzünden. Das geht natürlich erst nach dem Kauf: Rupfe ein paar Haare aus dem Kragen und halte sie in eine Flamme (nicht die ganze Jacke anzünden!). Künstliche Haare bilden Klumpen und stinken nach Plastik. Echte Haare zerfallen.
  • Auseinanderziehen. Ziehe die Haare auseinander und prüfe, wie sie befestigt sind. Siehst du etwas Gewebtes, ist es künstlicher Pelz. Siehst du Leder, ist das ein sicheres Indiz für Tierfell.
Pelztest: links echter Pelz mit Leder, rechts Webpelz mit Gewebe. Bilder: Stiftung Warentest
Bilder: Stiftung WarentestPelztest: links echter Pelz mit Leder, rechts Webpelz mit Gewebe.


(hamo)

Der Text dieses Beitrags steht unter Creative-Commons-Lizenz: Was bedeutet das?

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