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Apfel macht "autsch"

Habe ich eine Lebensmittelallergie?

Kaum ist das Apfelstück im Mund, wird die Zunge pelzig, Bläschen übersäen den Gaumen, die Haut fängt an zu jucken. Das könnte ein typischer Fall von Lebensmittelallergie sein.

Mann mit Gasmaske und Apfel (Bild: Elnur / fotolia.com)
Bild: Elnur / fotolia.com

Von einer Lebensmittelallergie spricht man, wenn das Immunsystem überreagiert, sobald es auch nur winzige Mengen des Allergens bemerkt. Dabei kann es sein, dass man zum Beispiel jahrelang Äpfel essen konnte, ohne dass sich irgendwas gemuckt hat. Erst wenn sich Antikörper gebildet haben, kommt es zur allergischen Reaktion.


Es gibt aber auch noch eine Art "Trittbrettfahrer", das ist die Pseudoallergie. Die tut so, als sei sie eine Allergie - im strengen medizinischen Sinne ist sie das aber nicht, weil keine Antikörper im Spiel sind. Für die Betroffenen ist es jedoch "Orange wie Apfelsine": Die Symptome, die auftreten, wenn sie bestimmte Lebensmittel essen, sind nämlich die gleichen wie bei der Allergie. Allerdings wird der Körper hier zumeist schon beim ersten Kontakt mit dem entsprechenden Lebensmittel wütend und lässt es den Esser spüren: Wie bei der Lebensmittelallergie kann es zu Hautausschlag, Pusteln oder Juckreiz kommen, die Schleimhäute können anschwellen, der Mund kribbelt, aber auch der Magen oder Darm spielen oft verrückt. Schwindel oder Kopfschmerz sind ebenfalls keine Seltenheit.


Wird einem nach einem Glas Milch kodderig oder bekommt man Durchfall, so muss nicht unbedingt eine Allergie dahinter stecken. Rund einem Drittel der Weltbevölkerung - in Deutschland rund 15 Prozent - geht es so. Grund dafür ist eine Milchzuckerunverträglichkeit (medizinisch Laktoseintoleranz genannt). Die basiert auf einem Enzymdefekt, was ein Arzt leicht feststellen kann. In diesem Fall verträgt man oft Käse, Quark, Joghurt oder auch Sojaprodukte besser.


Eine Besonderheit ist die so genannte Kreuzallergie, die Menschen trifft, die schon von einer Pollenallergie geplagt sind. Wer bei Flug von Birkenpollen heftige Niesanfälle bekommt, reagiert zum Beispiel auch, wenn er Äpfel oder Haselnüsse knabbert, wem bei Gräsern die Nase läuft, verträgt oft kein Getreidemehl, keine Sojaprodukte, keine Erdnüsse oder keinen Kürbis.



Allergene Hitliste

Grundsätzlich kann jedes Nahrungsmittel Allergien auslösen. Doch als häufigste Allergieauslöser gelten bei uns, je nach Alter: Kuhmilch, Fisch Hühnerei, Soja, Nüsse und Samen, Erdnüsse, rohe Obst- und Gemüsesorten, Gewürze und Getreide. Bei der Pseudoallergie können natürliche Stoffe, wie sie beispielsweise in Tomaten, Beerenobst oder Kräutern und Gewürzen zu finden sind, eine Rolle spielen. Einige Menschen reagieren aber auch auf Zusatzstoffe und kriegen bei Aroma-, Konservierungs- und Farbstoffen oder Geschmacksverstärkern Pickel.



Tipps für Lebensmittelallergiker

Ganz wichtig: Wer vermutet, auf Lebensmittel allergisch zu reagieren, sollte zum Arzt gehen. Der Spezialist ist der Allergologe, er kann z.B. auch einen Allergietest durchführen. Nach einer vielleicht falschen Selbstdiagnose - und somit überflüssigerweise - Lebensmittel wegzulassen, ist nicht empfehlenswert. Das kann schnell zu einer einseitigen Ernährung führen. Der Allergologe jedoch kann den tatsächlichen Auslöser der Allergie herausfiltern. Für manche Allergiker bedeutet es, ab nun auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten und auch auf winzigste Spuren des Allergieauslösers im Essen zu achten. Für andere ist es wichtig, wie die Lebensmittel zubereitet sind. Einige Allergene werden durch Erhitzen verträglicher, so kommt es vor, dass manche Apfelallergiker keinen rohen Apfel vertragen, bei Apfelmus aber keine Probleme bekommen. Es muss also für jeden im Einzelfall geklärt werden, worauf beim Essen geachtet werden muss. Hierbei können einem Ernährungsfachkräfte weiterhelfen, die sich auf Allergien spezialisiert haben.


Allergene besser erkennen

Bei verpackten Lebensmitteln gibt es eine gute Nachricht für Allergiker. Die vierzehn häufigsten Allergieauslöser müssen auf Verpackungen immer gekennzeichnet und besonders hervorgehoben werden, entweder in der Zutatenliste oder direkt im Produktnamen, selbst wenn nur Spuren davon enthalten sind. Das sind: glutenhaltige Getreide (z.B. Weizen), Milch, Eier, Soja, Erdnüsse, Schalenfrüchte (z. B. Mandeln oder Haselnüsse), Sellerie, Senf, Krebstiere, Fisch, Sesam, Schwefeldioxid und Sulfite, Lupinen und Weichtiere (z. B. Schnecken, Muscheln, Tintenfisch), sowie alle Produkte, die aus diesen 14 hergestellt werden.


Trotzdem gilt: Die Zutaten, die auf der Verpackung stehen, genau studieren! Leider verbergen sich manche Bestandteile hinter Namen, die ein Laie nicht kennt - hinter Molke und Kasein z. B. Milch. Damit Allergiker sie besser erkennen, müssen sie seit Ende 2014 besonders hervorgehoben werden, z. B. fett gedruckt oder in einer anderen Schriftfarbe als der Rest. Und auch bei Lebensmitteln ohne Verpackung (Brötchen beim Bäcker, Mensa-Essen...) ist es seit Mitte Dezember 2014 für Allergiker endlich leichter, zu überprüfen, ob in ihnen eines der 14 Hauptallergene steckt. Die Information kann schriftlich zum Beispiel direkt am Lebensmittel oder auf der Speisekarte stehen. Oder es wird im Verkaufsraum auf die mündliche Auskunft durch das Personal hingewiesen - die müssen dann aber ebenfalls eine schriftliche Information über die Allergieauslöser haben, die man als Kunde verlangen kann!


Hersteller weisen oft darauf hin, wenn unbeabsichtigt Allergene ins Lebensmittel gelangen können. Auf der Verpackung steht dann beispielsweise: "Kann Spuren von Nüssen enthalten". Die Hersteller wollen kein Risiko eingehen, denn schon geringste Spuren müssen von ihnen gekennzeichnet werden. Es bedeutet nicht automatisch, dass tatsächlich Nüsse drin sind, sondern dass vielleicht mit der Schokoladenmaschine sowohl Nuss- als auch Vollmilchschokolade produziert wird. Allergiker sollten aber auf Nummer Sicher gehen und Lebensmittel, die den Aufdruck tragen, meiden.


(AB/C4U)

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