Du bist hier:
• 2 Kommentar(e)
  • Diesen Artikel drucken
  • Diesen Artikel empfehlen

Gratis-Software für euren Rechner

Was bedeutet "Open Source"?

Extra für ein bisschen Hausarbeiten gleich ein teures Office-Paket kaufen? Nur weil man seine Urlaubsfotos bearbeiten möchte, hunderte von Euros für eine Profi-Bildbearbeitungssoftware ausgeben? Nö, es gibt doch "Open Source"...

Gesicht mit Computercode (Bild: lassedesignen / fotolia.com)
Bild: lassedesignen / fotolia.com

Freie Software mit offenen Quellen

Open-Source-Software darf einfach genutzt, kopiert und weitergegeben werden, ohne dass dafür bezahlt werden muss. Bedingung für die Weitergabe ist allerdings üblicherweise, dass zusammen mit dem Programm auch dessen Quellcode weitergegeben wird - daher auch der Name Open Source ("offene Quelle"). Das Programm darf außerdem beliebig bearbeitet, verbessert oder erweitert werden, meist unter der Bedingung, dass dokumentiert wird, wer was geändert hat. Was man mit der Software unter welchen Bedingungen machen darf ist, wie bei kommerziellen Programmen auch, alles in einer so genannten Lizenz geregelt. Eine besonders bekannte und verbreitete Open-Source-Lizenz ist die GNU General Public License. Für nicht selbst programmierende Nutzer ist Open Source in den meisten Fällen im Grunde das gleiche wie Freeware: Man kann es kostenlos im Netz runterladen und auf seinem Rechner benutzen.


An Open-Source-Programmen arbeiten meist Programmierer aus aller Welt, die die Software selbst nutzen und an ihr das verbessern, was sie stört oder was ihnen fehlt. Gerade an größeren Open-Source-Projekten beteiligen sich aber nicht nur Programmierer, sondern beispielsweise auch Leute, die die Programme und Anleitungen in andere Sprachen übersetzen, so dass es die eine oder andere Software auch auf deutsch gibt.


Vom Office-Paket bis zum Flugsimulator

Eines der bekanntesten Open-Source-Programm ist das Betriebssystem Linux. Während es früher nur etwas für Freaks war, lässt es sich heute ähnlich einfach installieren wie Windows. Man kann es in verschiedenen, "fertigen" Versionen zusammen mit diversen Anwendungen (so gen. "Distributionen") zum Download bekommen, z. B. von Ubuntu oder Knoppix. Für Linux gibt es eine kaum überschaubare Menge an Open-Source-Software, von Browser und E-Mail-Programmen über Office-Software bis hin zu richtig guten Games.


Aber man muss nicht gleich sein vertrautes Betriebssystem aufgeben, um in den Genuss der kostenfreien Software zu kommen, denn auch für Windows gibt es inzwischen einiges:

  • Open Office ist ein vollständiges Office-Paket mit Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationsprogramm, das auch als deutsche Version zu haben ist.
  • The Gimp ist ein umfangreiches Bildbearbeitungsprogramm, das wie professionelle Programme zum Beispiel mit mehreren Bildebenen arbeiten kann. Man kann es durchaus mit Photoshop vergleichen, und im Netz sind neben dem Gimp-Download auch jede Menge Foren und andere Hilfestellungen für Installation und Bedienung zu finden.
  • FlightGear ist nur ein Beispiel von vielen dafür, dass auch das Spiele-Vergnügen mit Open Source nicht unbedingt zu kurz kommen muss: Das Programm ist ein Flugsimulator, der unter anderem unter Linux und Windows läuft.
  • Wordpress dürfte das am weitesten verbreitete Redaktionssystem für Blogs sein, wobei man seine Seiten auch damit bauen kann, ohne gleich jeden Tag bloggen zu müssen...
  • Nahezu alles in Sachen Open Source ist im Internet zu finden. Eine sehr umfangreiche Zusammenstellung der unterschiedlichsten Programme findet ihr bei Sourceforge.net. Oft sind Open-Source-Programme auch auf CD-Beilagen von Computerzeitschriften zu finden.

Für alle, die eine eigene Website haben und dort mehr als nur HTML machen wollen, ist Open Source eine wahre Fundgrube: der Webserver Apache, die Sprache PHP, die Datenbank MySQL, eine Vielzahl an Content Management Systemen - das alles steht euch zur freien Verfügung!


(Wi)

Der Text dieses Beitrags steht unter Creative-Commons-Lizenz: Was bedeutet das?

Wie hat dir der Artikel gefallen? Top oder Flop?

2 Kommentar(e)

  • Dr. Michael Stehmann
     

    Kleine Korrektur

    Die Weitergabe des Quellcodes bei Weitergabe des Programms ist nur dann rechtlich gefordert, wenn die Software unter einer so genannten "Copyleft"-Lizenz steht. Eine solche ist beispielweise die GNU General Public License, aber einige andere Freie Lizenzen sind es nicht.

    Das Dateiformat von OpenOffice, das einem internationalen Standard entspricht kann sehr wohl von anderen Programmen gelesen und geschrieben werden, sogar von einer bekannten proprietären Officesuite eines Herstellers aus dem Nordwesten der USA.

    Nach oben zum Artikelanfang
  • checked4you
     

    Re: Kleine Korrektur

    Tja, wenn man auf einzelne Lizenzen schaut, wird's ein wenig komplizierter. Wir wollten eher die Idee verdeutlichen und woher der Name kommt. Und zum Dateiformat: Ja, danke, haben wir korrigiert.

    Nach oben zum Artikelanfang