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Qi-Standard

Handy laden ohne Kabel

Das Smartphone ist schon wieder leer? Wie schön wäre es, es jetzt einfach auf den Tisch zu legen und es würde sich wieder aufladen. Völlig ohne Kabel.

Verschiedene Handy-Ladekabel mit unterschiedlichen Steckern bilden einen Kabelsalat. Bild: djama / Fotolia.com
Bild: djama / Fotolia.com

Tatsächlich geht das schon. "Induktion" heißt das im Fachjargon. Elektrische Zahnbürsten beispielsweise laden sich schon lange so auf: ohne Kontakte, wie wir sie vom Telefonhörer kennen. Stattdessen wirken magnetische Felder, die in elektrischen Strom umgewandelt werden.

Doch bei Smartphones ist das schon die erste Hürde: Nicht jedes Gerät ist fit fürs drahtlose Aufladen – es braucht also ein spezielles Smartphone. Aluminiumgehäuse sind dafür schon mal nicht geeignet, weil das Magnetfeld da nicht durch kommt. Alternativ gibt es entsprechend ausgestattete Hüllen, die den Storm aus den Kraftfeldern der Induktionsladegeräte über ein kurzes Kabel in die Ladebuchse des Handys leiten. Dadurch ist dann aber die Ladebuchse dauerhaft belegt – blöd bei Geräten, an denen die Buchse auch noch andere Aufgaben übernimmt, wie etwa den Anschluss von Kopfhörern oder so.

Viele Hersteller setzen auf Qi-Standard

Viele Smartphones, die ohne Kabel aufgeladen werden können, haben den sogenannten Qi-Standard (Wireless Power Consortium). Es gibt aber auch solche mit anderen Standards, zum Beispiel PMA (Power Matters Alliance). Da zum Topf bekanntlich auch ein Deckel passen muss, kann man nicht jedes Handy auf jeder Ladestation auftanken.

Wenn man also ein geeignetes Handy hat, benötigt man auch eine dazugehörige Ladestation. Denn das Modell beim Freund nebenan tut's vielleicht leider nicht.

Derzeit scheint es, dass der Qi-Standard die Nase vorn hat. Auch einige Autohersteller setzen auf diese Technik und rüsten die Fahrzeuge mit einer induktiven Ladestation aus. Café- oder Fast-Food-Ketten planen ebenfalls, Ladestationen zu etablieren – doch manchmal eben auch mit anderen Standards.

Induktion für zu Hause

Für daheim gibt es verschiedene Lademöglichkeiten – zum Beispiel Schreibtischlampen oder Nachttischchen. Man legt das Handy auf den Lampenfuß oder in eine Ladeöffnung und es lädt sich auf. Oder man kauft sich eine Ladeschale oder ein kleines Ladepad. Die gibt es für jeden Geschmack: Mal sieht die Ladestation aus wie ein Stein, mal ist sie ein kleines buntes Kissen, mal ist sie aus Holz. Handy mit dem Rücken drauf und los geht's. Ganz ohne Kabelsalat, ohne Suche nach dem verschollenen Ladekabel und ohne Friemeln mit dem Ministecker am Handy.

Doch es gibt auch Nachteile:

  • Das Smartphone muss richtig platziert werden, sonst funktioniert oft gar nichts.
  • Das Aufladen dauert manchmal länger als mit dem Netzteil, wobei es auch Ladegeräte mit Schnellladefunktionen gibt.
  • Der Stromverbrauch ist, so Experten, leicht höher.
  • Wer sich Sorgen um Elektrosmog macht, sollte weiterhin per Kabel laden, denn die elektromagnetischen Felder sind dabei kleiner.
  • Die elektromagnetischen Felder der Kabellos-Ladegeräte können den Empfang des Telefons beeinträchtigen.

Eine drahtlose Aufladung sollte möglichst nicht direkt neben dem Bett stattfinden. Denn noch ist nicht wissenschaftlich bewiesen, ob es harmlos ist, der elektromagnetischen Strahlung jahrelang ausgesetzt zu sein. Andererseits gibt es auch keine Studien, die eine akute Gefahr nahe legen.

Stromverbrauch auch im Standby

Ein weiterer Nachteil: Kabellose Ladegeräte fressen auch im Standby etwas mehr Strom als die mit Kabel. Beim Kauf sollte man daher auf einen möglichst geringen Stromverbrauch achten. Denn wenn man nun anfangen würde, das Ladepad nur dann anzuschließen, wenn man es gerade braucht, könnte man auch direkt ein Kabel am Handy nutzen.

Wer gerne kabelfrei aufladen möchte und noch ein älteres Handy hat, kann unter Umständen einen kleinen Qi-Adapter in einer Schutzhülle nachrüsten. Bei Smartphones mit austauschbaren Akkus reicht es oft aus, eine Adapter-Folie einfach aufzukleben.

Neue Handys mit Qi-Standard gibt es ab rund 200 Euro. Kleine günstige Ladegeräte sind ab rund 10 Euro erhältlich.


(AB/hamo)

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