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Die Alten von morgen...

Rente für Berufsanfänger

Wer gerade in den Beruf startet, denkt ja nicht unbedingt schon an seine Rente. Aber leider kommt man gar nicht mehr daran vorbei. Altersvorsorge ist mittlerweile schon sehr früh ein Thema.

Fotomontage eines Mannes alt und jung nebeneinander (Bild: sxc.hu / gonharo)
Bild: sxc.hu / gonharo

In den Nachrichten oder Zeitungen kommt's andauernd: "Die Rente reicht nicht mehr!" - "Wovon sollen die Alten von morgen leben?" - so und ähnlich klingen einem die Meldungen in den Ohren. Oder Oma sagt einem mal wieder, wie wenig man als heutige junge Generation um seine Zukunft zu beneiden sei, nicht nur wegen Klimawandel, sondern auch weil keine Rente und so. Klingt übelst, aber da ist was dran. Also muss man sich womöglich jetzt schon einen Kopf machen um Zusatzversicherungen, Sparpläne, und, genau: "Riestern"...? Ja.

Eine wichtige Botschaft für alle Azubis und Berufsanfänger gleich vorneweg: Niemand muss direkt mit 18 oder 20 Jahren anfangen, etwas für die Altersvorsorge zu tun. Wer trotzdem schon so früh anfangen möchte, sollte wissen, dass die Riesterrente eigentlich der einzige langfristige Altersvorsorgevertrag ist, derzu diesem frühen Zeitpunkt überhaupt in Frage kommt.Alles andere kann entweder warten oder ist sogar generell nicht ratsam. Wenn euch aber ein Versicherungsvertreter z.B. mit privaten Rentenversicherungen, "Kapital bildenden Lebensversicherungen", Fondspolicen oder "Rürup-Renten" kommt, so ist vornehme Zurückhaltung angesagt. Denn die sind in den allermeisten Fällen für Berufseinsteiger nicht geeignet. Na fein, das macht's doch übersichtlich, denn somit schauen wir hier jetzt nur nach "Riester" und lassen den Rest mal weg!


"Riester-Rente" – was ist das und für wen?

Vereinfacht gesagt: eine private Altersvorsorge mit staatlicher Förderung. Hat der Politiker Walter Riester eingeführt, als er Arbeitsminister war, daher der Name. Man spart jahrelang was, macht das Ganze unter dem Namen "Riester-Rente" und bekommt deshalb vom Staat was dazu – z.B. als Single 154 Euro im Jahr. Die Zulage kann – vor allem je nach Zahl der Kinder – recht unterschiedlich ausfallen: Wer noch keine Kinder, bekommt 154 Euro. Für Kinder gibt es Extrazulage, die 185 oder 300 Euro betragen kann – je nachdem, wann das Kind geboren ist. Wer bei Vertragsabschluss jünger als 25 Jahre ist, erhält im ersten Jahr außerdem einen Bonus von 200 Euro! Diese Zulagen sollen als Anreiz dienen, überhaupt was fürs Alter zu sparen. Die Logik dahinter: Der Staat will, dass die Leute ihre spätere Rente aufbessern, damit in 30 oder 50 Jahren oder so nicht plötzlich alle Rentner Sozialhilfe beantragen müssen.

Die Zulage können eigentlich alle bekommen, die als "normale" Arbeitnehmer oder Beamte unterwegs sind (wie sich das mit den Selbstständigen verhält, lassen wir hier mal weg) – also auch Berufsanfänger. Studenten allerdings können nur riestern, wenn sie neben dem Studium eine rentenversicherungspflichtige Tätigkeit ausüben. Wie man genau anspart, ist nicht festgelegt – das kann Fondssparen sein, ein Bank-Sparplan oder auch eine Rentenversicherung. Praktisch gesehen heißt das, man geht z.B. zu seiner Bank und sagt, man würde sich für die Riester-Rente interessieren. Am Ende steht dann irgendeine Sparform, für die ein spezieller "Riester-Vertrag" abgeschlossen wird.

Falls ihr noch nicht wisst, was ihr in Zukunft beruflich machen werdet, heute aber schon einen Riester-Vertrag abschließen wollt, dann nehmt am besten einen Riester-Banksparplan. Sollte sich eure Zukunft nämlich so entwickeln, dass ihr den Vertrag nicht weiterführen könnt oder wollt, ist euer Geld nicht durch hohe (Abschluss-)Kosten reduziert. Und wenn ihr seht, dass ihr nach ein paar Jahren beruflich in ruhigem Fahrwasser seid, könnt ihr euch, wenn ihr wollt, immer noch für eine andere Riester-Variante entscheiden.


Älterer Mann mit Enkelkind

Keine Hektik und nicht in die Pleite sparen

Dabei sollte man allerdings nichts übereilen und das Erstbeste nehmen, sondern an mehreren Stellen fragen und sich das in Ruhe überlegen und durchrechnen. Denn wichtig ist: Wie sieht's mit der finanziellen Gesamtlage aus? Habe ich noch Geld dafür übrig, oder sitze ich ohnehin schon auf Schulden? Habe ich die wichtigsten Versicherungen und trotzdem noch Geld auf dem Konto? Denn man sollte sich die Altersvorsorge schon noch leisten können und nicht das letzte Hemd auf Pump dafür weggeben. Deshalb kann es unter Umständen auch eine gute Idee sein, zunächst einmal gar keinen Altersvorsorgevertrag abzuschließen.

Noch jede Menge Fragezeichen? Tja, man merkt vielleicht, so ganz einfache Antworten, die gleich alles glasklar machen und auch noch umfassend sind, gibt's nicht. Deshalb solltet ihr diesen Artikel hier eher als Einführung ins Thema betrachten. Wer sich unabhängig informieren will, kann dies in unseren Beratungsstellen tun. Eine persönliche Beratung zu diesem umfangreichen Thema dauert 90 Minuten und kostet 170 Euro. Außerdem hier noch einige Links zum Sammeln weiterer Infos:




Tipp

Bei einigen Arbeitgebern gibt es zusätzlich zum Lohn noch Zusatzleistungen. Viele Firmen zahlen vermögenswirksame Leistungen. Einige Unternehmen zahlen sogar zusätzlich noch eine sogenannte betriebliche Altersvorsorge. Falls euer Arbeitgeber solche zusätzlichen Leistungen anbietet, dann nutzt sie auch – denn Geldgeschenke lässt man nicht verfallen. Anders ist es nur, falls ihr selber etwas dazu tun müsstet. Ob das dann sinnvoll ist, muss man im Einzelfall gucken.


(Wi)

Der Text dieses Beitrags steht unter Creative-Commons-Lizenz: Was bedeutet das?

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