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Das geht unter die Haut

Krebsrisiko Sonnenbank

Solarien mögen zunächst schön braun machen - doch die Haut altert schneller, und die zusätzliche Strahlung kann sogar lebensgefährlich werden.

Eine Sonnenbank (Bild: sxc.hu / swer_rock)
Bild: sxc.hu / swer_rock

Ist keine echte Sonne am Himmel in Sicht, knipsen viele von euch einfach die künstliche Variante an. Sonne kann man schließlich im Minutentakt kaufen - ganz einfach im Solarium. Ist doch auch ganz ungefährlich, oder? Leider nicht. Eine Überdosis kann schnell zum Sonnenbrand auf der Haut führen. Dabei kann sogar das Erbgut in unseren Zellkernen zerstört werden. Schafft die Haut es irgendwann nicht mehr von selbst sich zu regenerieren, können sich angegriffene Zellen auch krankhaft verändern. Das nennt man dann Hautkrebs.


Hautkrebs ist die häufigste Krebsart in Deutschland. Insgesamt erkranken rund 200.000 Menschen jedes Jahr daran. "Natürliche und künstliche UV-Strahlen aus Sonne und Solarien sind der Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs", informiert die Deutsche Krebshilfe. Deswegen gilt bereits seit 2009: Sonnenbank erst ab 18 Jahren.


Risiko Sonnenbaden

Viele wissen gar nicht, dass die Strahlendosis im Solarium häufig um ein zehn- bis fünfzehnfaches erhöht ist, damit uns die künstlichen UV Strahlen überhaupt bräunen. Die derzeit von der Europäischen Union zugelassene maximale Bestrahlungsstärke in Sonnenstudios ist so hoch wie die Sonneneinstrahlung zur Mittagszeit am Äquator. Und wer vor dem 30. Lebensjahr einmal pro Monat ein Solarium benutzt, hat später ein 75 Prozent höheres Hautkrebs-Risiko als Menschen, die kein Solarium nutzen.


Früher erkrankten nur Menschen über 50 Jahren an Hautkrebs. Unser geändertes Freizeitverhalten hat aber dazu geführt, dass zunehmend auch jüngere Menschen Hautkrebs bekommen. Denn Sonnenbrände in der Kindheit und Jugend erhöhen das Hautkrebsrisiko um das Zwei- bis Dreifache. Es gibt heute Menschen, die bereits ab dem 20. Lebensjahr an dem gefährlichen "Schwarzen Hautkrebs" erkranken.


Grundsätzlich gilt dabei: Je heller die Haut, die Haare und die Augen, desto mehr Aufmerksamkeit muss man seiner Haut widmen. Besonders Menschen mit heller Haut, Sommersprossen, blonden oder hellroten Haaren, blauen oder grünen Augen müssen ganz besonders aufpassen. Sie können bereits nach 10 Minuten ungeschütztem Aufenthalt in der Sonne einen Sonnenbrand bekommen. Menschen mit dunkler Haut erst nach 40 Minuten.


Welche Warnzeichen gibt es?

Der sogenannte Basalzellkrebs frisst sich langsam durch Haut und Knochen, wenn er nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Dieser häufigste bösartige Tumor der Haut tritt auf den so genannten "Sonnenterrassen" auf. Das sind die Körperstellen, die häufig der UV-Strahlung ausgesetzt sind, wie Nase, Ohren, Unterlippen, Nacken, Dekolleté und Hände. Zuerst bilden sich rötliche Stellen, die sich wie Sandpapier anfühlen und nicht abheilen. Je größer der Tumor ist, desto umfangreicher ist die erforderliche Behandlung. Hier wird meistens ein plastischer Eingriff notwendig. Typisch für den Stachelzellkrebs hingegen ist eine scharf begrenzte Rötung, die kommen und gehen kann. Unbehandelt kann sie sich weiter entwickeln, große Tumoren dieser Form können auch Metastasen bilden.


Das Maligne Melanom ist der bösartigste Hauttumor, weil er häufig und oft auch schon in frühen Stadien Metastasen bildet. Maligne Melanome können auf den ersten Blick harmlosen Pigmentmalen ähneln, sind jedoch dunkler und unterscheiden sich deutlich von anderen Pigmentmalen. Vorsicht ist geboten, wenn ein Pigmentmal nach jahrelangem Stillstand plötzlich anfängt zu wachsen oder wenn ein bestehendes oder neues Pigmentmal brennt, juckt oder blutet. Maligne Melanome treten häufig auch an normalerweise bekleideten Körperstellen auf und können auch auf Zehen oder Fingern, unter den Nägeln und Fußsohlen, auf dem behaarten Kopf, an den Schleimhäuten sowie hinter den Ohren unter Finger- und Fußnägeln wie auch an den Fußsohlen entstehen.


Achtung, Falten!

Viele Solarien setzen auf die bräunenden, langwelligeren UV-A Strahlen. Diese dringen tiefer in die Haut ein und führen zu chronischen Hautschäden – wie zum Beispiel vorzeitigem Altern der Haut. Selbst wenn das Sonnenbaden also nicht direkt zu einer Krebserkrankung führt, vergisst die Haut dennoch nichts. Dann ist man zwar schön braun in der Jugend, dafür sieht man aber schneller alt aus. Wer heute als junger Mensch großen Wert auf einen gebräunten Teint legt, bekommt viel früher eine faltige und mit Flecken übersäte Haut.


(Wi / kat)


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