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Verschwendung beim Essen

Weniger Lebensmittel wegschmeißen!

Jede Person, die in Deutschland lebt, wirft pro Jahr Lebensmittel im Wert von 190 Euro weg. Verschwendete Lebensmittel sind zudem Ressourcen, die einfach in die Tonne geworfen werden. Wahnsinn, oder?

Kisten mit Lebensmittelmüll (Bild: Finkenherd / fotolia.com)
Bild: Finkenherd / fotolia.com

Das Wichtigste in Kürze

  • Einkaufen mit Plan, Reste nutzen, Mindesthaltbarkeitsdatum nicht zu ernst nehmen: Wir zeigen, wie ihr weniger Lebensmittel wegwerfen müsst.
  • So heißt "Mindestens haltbar bis" nicht, dass das Lebensmittel nach dem Datum nicht mehr verzehrt werden sollte.
  • Und: Lebensmittel sind länger haltbar, wenn ihr sie richtig lagert.

Lebensmittel werden vom Acker bis zum Teller unnötigerweise weggeschmissen: Gurken wachsen auch schon mal krumm, der Handel findet sie aber unpraktisch, weil sie schlecht transportiert werden können – also wird entsprechend aussortiert. Obst und Gemüse muss auf den Regalen außerdem immer knackig aussehen und in den Läden gibt es deswegen immer mehr Angebot als Nachfrage: Leere Regale machen einen schlechten Eindruck, glaubt man. Oder die Portionen im Restaurant sind zu groß und es wird kein Doggy-Bag angeboten. Und wegen zu wenig Zeit werden in einigen Profi-Küchen nur bestimmte Tier- oder Pflanzenteile verwendet – den Rest wirft man einfach in die Tonne. Der Anbau von Lebensmitteln ist für etwa ein Drittel der weltweiten Treibhausgase verantwortlich. Und davon wird dann nicht mal alles genutzt. Foodwaste ist also ein riesiger Klimakiller!


Aber auch zu Hause landen viele Lebensmittel im Müll. Zum Beispiel, weil wir zu viel gekauft haben oder spontan essen gehen anstatt zu Kochen, Produkte im Kühlschrank vergessen und sie schlecht werden. Am Ende kommen so mehr als 6 Millionen Tonnen im Jahr nur aus den Haushalten zusammen. Dabei helfen schon ein paar einfache Dinge dabei, dass ihr weniger Lebensmittel entsorgen müsst. Hier sind unsere Tipps:




Weniger Lebensmittel wegwerfen

  1. Einkaufen mit Plan
    Achtet beim Einkauf darauf, nur so viel zu kaufen, wie ihr auch tatsächlich verbrauchen könnt. Wenn ihr vorher überlegt, was ihr in den nächsten Tagen kochen und essen wollt, könnt ihr besser planen und passend einkaufen. Ein Einkaufszettel hilft dabei. Widersteht den Angeboten für große Verpackungen – es sei denn, ihr braucht wirklich so viel. Die sind zwar manchmal auf die Menge gesehen günstiger – aber nur dann, wenn ihr wirklich alles verzehrt und nichts wegschmeißt! Frische und leicht verderbliche Lebensmittel wie manche Obst- und Gemüsesorten, Fisch und Fleisch solltet ihr möglichst nur in bedarfsgerechten Mengen kaufen. Wenn ihr könnt, achtet auch auf Regionalität, Saisonalität und Produktionskette (z.B. die Tierhaltungsstufe oder ein Bio-Siegel). Ihr wisst nicht, wann welches Gemüse und Obst Saison hat? Das steht im Saisonkalender der Verbraucherzentralen. Und wenn ihr oft spontan Essen geht, dann lieber öfter einkaufen statt einen großen Einkauf die Woche zu machen.
  2. Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Wegwerfdatum: Verlasst euch auf eure Sinne
    Ist das noch essbar oder kann das weg? Wenn ein Lebensmittel das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) erreicht oder überschritten hat, muss es nicht zwangsläufig wegschmissen werden. Das bedeutet lediglich, dass der Hersteller garantiert, dass das Produkt bis zu dem Datum noch genauso ist wie nach der Herstellung. Das Lebensmittel ist aber, sofern es richtig gelagert wurde, keinesfalls verdorben! Sieht ein Joghurt über MHD zum Beispiel noch gut aus, riecht er ganz normal und schmeckt auch so, dann kann er in der Regel bedenkenlos gegessen werden. Anders ist es beim Verbrauchsdatum, das man auf empfindlichen Lebensmitteln (z.B. Fisch und Fleisch) findet. Das solltet ihr auf jeden Fall beachten: Nach dessen Überschreiten dürfen diese Lebensmittel nicht mehr verzehrt werden!
  3. Kreativ kochen
    Die vorhandenen Lebensmittel in die Gerichte einzuplanen ist besser als immer wieder neue zu kaufen. Und ist Obst schon ein wenig älter, kann man es trotzdem noch verwenden – z.B. in einem Milchshake oder um daraus Marmelade oder Kompott zu kochen.
  4. Obst und Gemüse richtig lagern: Nicht alles gehört in den Kühlschrank
    Brot sollte trocken gelagert werden, am besten in einem Ton- oder Steingutbehälter. Lebensmittel, die gekühlt werden müssen, sollten sofort nach dem Einkauf in den Kühlschrank. Tomaten gehören aber nicht in den Kühlschrank – da verderben sie schneller. Bananen haben neben Äpfeln nichts zu suchen, denn sie "vertragen" sich nicht gut. Das sind nur einige Tipps für eine richtige Lagerung, die dafür sorgen, dass Lebensmittel länger frisch und lecker bleiben. Weitere findet ihr im Lagerungs-ABC.
  5. Überflüssiges von Anfang an vermeiden
    Ihr mögt zum Beispiel keinen Salat im Döner? Dann einfach bei der Bestellung vorher sagen, was ihr nicht drauf haben wollt. Oder in der Mensa sind euch die Portionen immer zu groß? Fragt doch einfach mal nach, ob ihr nicht auch eine kleine Portion haben könnt.
  6. Lebensmittel teilen
    Wenn ihr merkt, dass ihr gar nicht alles Eingekaufte verbrauchen könnt, dann teilt die Lebensmittel doch mit Freunden oder Nachbarn. Es gibt auch verschiedene Apps und Internetseiten, auf denen man Lebensmittel anbieten kann, die man übrig hat. Umgekehrt bekommt man dort günstig oder sogar umsonst das, was andere Menschen zu viel gekauft haben und weitergeben möchten.



(c4u)

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3 Kommentar(e)

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  • friedi

    Lebensmittelverschwendung

    Hierzu möchte ich hinweisen auf lebensmittelretten.de und foodsharing.de, die zusammengewachsen sind und sich zur Aufgabe gemacht haben, in verantwortungsvoller Weise ebensolche noch verwertbaren Lebensmittel abzuholen, selber zu nutzen oder weiterzugeben.

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  • Latischa Smith

    Lebensmittelverschwendung

    Ich finde den Artikel durchaus nachvollziehbar. Wir müssen gegen die lebensmittelverschwendung ankämpfen! Was mir jedoch unklar erscheint ist, was man machen kann wenn man nicht zu Hause ist. Z.B. im Restaurant

    Nach oben zum Artikelanfang Antworten
  • Stephanie

    Lebensmittelverschwendung

    Wenn wir ins Restaurant gehen, packe ich mir eine Aufbewahrungsdose ein. In die kommt alles, was ich nicht schaffe. Am nächsten Tag in der Mittagspause freu' ich mich dann, dass ich was Leckeres dabei habe. Die Betreiber frage ich allerdings vorher, ob das OK ist. Die finden es meistens gut, dass sie nichts wegschmeißen müssen.

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