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Torrent-Dienste

"Popcorn Time": Illegales Filesharing!

900 Euro für den kurzen Ausschnitt eines Kinofilms? Wenn ihr so genannte Torrent-Dienste wie "Popcorn Time" nutzt, kann's teuer werden! Die Verbraucherzentrale hilft.

Eine Collage bunter Inhalte auf Fernseh- und Computerbildschirmen mit stilisierten Punkten und Linien, die ein Netzwerk symbolisieren. Female photographer / Fotolia.com
Bild: Female photographer / Fotolia.comStreaming oder illegales Filesharing? Will eine Internetseite etwas installieren, sei skeptisch!

Das Wichtigste in Kürze

  • Tonnenweise Filme und Serien gratis gucken? Da kann was nicht stimmen.
  • Und richtig: Wenn ihr so genannte Torrent-Dienste wie "Popcorn Time" nutzt, könnt ihr euch strafbar machen.
  • Videos, die ihr guckt, stellt ihr gleichzeitig anderen zur Verfügung. Das ist verboten!

Das klingt echt verlockend: "Full-HD-Filme und TV-Shows gratis!" Damit hat "Popcorn Time" auf seiner Internetseite geworben. Im Januar 2022 haben die Betreibenden ihr Portal abgeschaltet. Begründet haben sie es mit stark gesunkenem Interesse an ihrem Dienst. Vielleicht stecken aber auch andere Gründe dahinter.


Denn: Bevor ein Film startete, musste ein Programm namens "PopcornTime-latest" installiert werden. Das gab es für Windows, Android, AndroidTV, iOS, MacOS und Linux. Was dabei allerdings nur ganz klein angezeigt wurde: "Popcorn Time" war kein Streaming-Dienst, sondern ein Torrent-Angebot zum Austausch von Filmdateien! "Popcorn Time durchsucht laufend das gesamte Internet nach den qualitativ besten Torrents der wichtigsten Seiten." Und wo der Begriff Torrent auftaucht, riecht es förmlich nach Ärger! Denn der bedeutet, dass du Teile einer Datei auf dein Gerät herunterlädst und von dort wieder an andere Geräte sendest.


Du siehst dir also nicht nur Filme an (wie beim meist unproblematischen Streaming), sondern lädst Teile aus dem Netz herunter und zugleich wieder für andere Nutzer hoch. Dieser letzte Punkt ist in Deutschland bei urheberrechtlich geschützten Dingen illegal! Und es dürfte klar sein, dass im Grunde jeder Kinofilm (egal, wie alt er ist) und die meisten TV-Sendungen urheberrechtlich geschützt sind.


Schon ein paar Sekunden reichen aus, um in die Falle zu tappen. In vielen solcher Torrent-Netzwerke gibt es nämlich auch Überwachung. Spezielle Programme speichern die IP-Adresse deines Internet-Anschlusses und kurz darauf liegt eine Abmahnung einer Anwaltskanzlei im Briefkasten. Für ein bisschen Film gucken für lau werden dann schon mal 900 Euro gefordert.


Wenn du eine Abmahnung bekommen hast, solltest du sie keinesfalls ignorieren, aber auch nicht in Panik verfallen. Hier sind unsere Tipps:

  • Nicht übereilt zahlen!

    Lass dich von einem Anwalt für Urheberrecht oder den Rechtsfachleuten der Verbraucherzentrale NRW beraten. Oft sind die geforderten Beträge in den Abmahnungen zu hoch angesetzt. Wohnst du in einem anderen Bundesland als NRW, kannst du hier nach Beratung suchen. Du solltest dich beeilen, denn lässt du die im Abmahnschreiben genannte Frist verstreichen, drohen teure gerichtliche Schritte.

  • Nicht einfach unterschreiben!

    Die mitgelieferte Unterlassungserklärung greift oft viel zu weit. Du solltest daher lieber eine so genannte modifizierte Unterlassungserklärung abgeben. Die formulieren dir die Juristen.


(hamo)

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