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Ideen fürs "Anders Reisen"

Urlaub ohne Eltern

Falls ihr in diesem Jahr mal wieder mit den Eltern an die Nordsee müsst, Ferien bei Oma im Westerwald macht oder mit der ganzen Familie im spanischen Ferienbungalow sitzt und euch fragt, ob es auch noch anders geht: Es geht!

Junger Mann fährt mit Traktor über ein Feld (Bild: Klaus Eppele / fotolia.com)
Bild: Klaus Eppele / fotolia.com

Zum Portugiesisch lernen nach Lissabon, zum Beachvolleyball nach Spanien, Klosterleben in Polen oder Häuser bauen in Estland - wer in den Ferien mal ohne Eltern was ganz anderes sehen und erleben will, der kann zum Beispiel eine Jugendreise buchen. Vielleicht auch mal solch eine, bei der man nicht nur am Strand liegt. Wir stellen euch ein paar Reisealternativen vor.


Egal ob als Ferienfreizeit oder Jugendbegegnung, im Zeltlager, in der Jugendherberge oder auf dem Ponyhof - es gibt viele Möglichkeiten spezielle Jugendreisen zu buchen. Der Vorteil: Ihr seid allein unter Gleichaltrigen und werdet dabei von Betreuern begleitet. Das heißt, es gibt immer erwachsene Ansprechpartner vor Ort, die mit euch gemeinsam das Reiseprogramm gestalten.


Wer bietet Jugendreisen an?

Neben kommerziellen Anbietern, bieten auch Jugendämter oder Kirchen Jugendreisen an. Über Ferienfreizeiten könnt ihr euch am besten vor Ort bei der Stadt erkundigen. Oft werden dort auch Ferienprogramme angeboten, die gar nicht weit von zuhause stattfinden.


Falls ihr in den Ferien unbedingt mal ins Ausland wollt, aber noch nicht so richtig wisst, wie, mit wem und wohin, könnt ihr euch beim Internationalen Jugendaustausch- und Besucherdienst (IJAB) schlau machen, vor allem auf der Seite "Rausvonzuhaus". Dieser Dienst bietet Informationen und Beratung zu Auslandsaufenthalten und internationalen Begegnungen für junge Leute. Er gibt einen ersten Überblick über die verschiedenen Angebote und Organisationen, vermittelt aber selbst keine Programme.



Tipps:

Nicht jeder Anbieter von Jugendreisen setzt unbedingt auf Qualität! Schaut euch deshalb genau an, mit wem ihr es zu tun habt, wie Unterbringung, Betreuung und Programm gestaltet sind. Hier einige Tipps:

  • Wer steckt hinter der Reise? Vergleicht mehrere Anbieter miteinander und werft auch mal einen Blick auf die Geschäftsbedingungen. Übrigens: Je weniger ein Veranstalter über sich verrät, um so vorsichtiger solltet ihr mit der Buchung sein.
  • Der Veranstalter sollte eurem Alter entsprechende Angebote und ein gut geschultes Betreuungsteam haben.
  • Achtet darauf, welche Leistungen im Preis enthalten sind und welche Zusatzkosten entstehen.
  • Ihr solltet keine Reise bezahlen, ohne vorher den so genannten "Sicherungsschein" bekommen zu haben. Damit weist der Reiseveranstalter nach, dass er eine Versicherung hat, die euch vor finanziellen Einbußen schützt, falls er in die Pleite rutscht.


ein Junge schaufelt Heu

Workcamps - Leben und Arbeiten im Team

Wenn ihr in den Ferien nette Leute kennen lernen und euch gleichzeitig mal richtig nützlich machen wollt, solltet ihr mal über einen Aufenthalt in einem Workcamp nachdenken. Hier lebst du mehrere Wochen mit vielen Jugendlichen aus anderen Ländern in einem Camp und arbeitest für ein gemeinnütziges Projekt. Für deine Arbeit bekommst du zwar kein Geld, dafür lernst du Land und Leute aus einer ganz anderen Perspektive kennen, setzt dich mit fremden Kulturen auseinander und verbringst deine Zeit mit Gleichgesinnten.


Übrigens: In einem Workcamp wird nicht nur gearbeitet. Hier gibt es genauso Lagerfeuerromantik wie auf dem Zeltplatz oder Partys, wie im Cluburlaub. Nur wenn du nach Hause kommst, hast du einfach viel mehr zu erzählen.


Workcamps sind zum Beispiel Projekte, die einen sinnvollen Beitrag zu Gerechtigkeit, Frieden, Völkerverständigung oder einer lebenswerten Umwelt leisten. Die Teilnehmer können dabei zum Beispiel in sozialen, kulturellen, denkmalpflegerischen, pädagogischen oder ökologischen Bereichen tätig werden.

Die Campsprache ist meist Englisch, je nach Kontinent auch mal Spanisch oder Französisch. Du solltest also ein paar Brocken in der jeweiligen Fremdsprache beherrschen. Der Vorteil: du kannst ganz nebenbei deine Sprachkenntnisse verbessern. Es gibt allerdings auch Workcamps in deutschsprachigen Ländern


Workcamps werden zum Beispiel angeboten von Kirchen, Bildungs- und Begegnungsstätten, Pfadfindergemeinschaften, Friedensdiensten, aber auch von gemeinnützigen Vereinen. Eingetragene und gemeinnützige Freiwilligenorganisationen, die Workcamps veranstalten findest du zum Beispiel unter www.workcamps.de. Die Anreisekosten müssen Jugendliche übrigens meistens selbst übernehmen, ebenso wie eine Vermittlungsgebühr. Vor Ort sind dann Unterbringung und Verpflegung normalerweise frei.


ein Mädchen liest in einem Wörterbuch

Sprachreisen - Urlaub mit Ersatzfamilie

Wer keine Fremdsprache spricht, wird es im Ausland meist schwer haben, Land und Leute wirklich kennen zu lernen. Warum also nicht den Urlaub mit einem Sprachkurs verbinden. Das heißt ja nicht, dass man jeden Tag Vokabeln und Grammatik pauken muss. Wer im Ausland einen Ferienkurs in einer Sprachschule macht, kann auch bei einheimischen Gastfamilien unterkommen. Der Vorteil: Man kann das Gelernte sofort umsetzten, hat Familienanschluss und meist gleichaltrige Jugendliche im Haus, die gern den Reiseführer spielen.


Der Verein "Aktion Bildungsinformation" (ABI) hat zahlreiche Broschüren für einzelne Länder herausgegeben. Wer zum ersten Mal ohne Eltern in ein fremdes Land reist, dem empfiehlt Barbara Engler von der ABI, eine Sprachreise zu wählen, in der eine ständige Betreuung der Schüler gewährleistet ist. So gibt es Veranstalter, die schon die Anfahrt in einer Gruppe mit Gleichaltrigen anbieten oder für ein ergänzendes Sport-, Ausflugs- und Freizeitprogramm sorgen. "Dann wird zwar oft Deutsch gesprochen, aber jemand, der das erste Mal solch eine Sprachreise macht, fühlt sich dann vielleicht sicherer."


(kat)

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