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Vintage-Jeans mit Sandstrahltechnik

"Used Look": Für Arbeiter lebensbedrohlich

Trotz jahrelanger Forderungen nach einem generellen Verbot werden Jeans immer noch mit Sandstrahlen bearbeitet, damit sie schon als Neuware gebraucht aussehen. Für Arbeiter kann das Verfahren tödlich sein.

Jeans mit Hand in Tasche (Bild: sxc.hu / unit25)
Bild: sxc.hu / unit25

Wer kann das schon erklären, aber irgendwie gefallen uns komplett blaue Jeans nicht so. Schicker ist es einfach, wenn die Hosen zum Beispiel an den Knien oder an den Oberschenkeln ausgebleicht sind und schon an den Kleiderstangen in den Geschäften den Eindruck erwecken, sie wären schon gebraucht. In der Modebranche wird dieses abgewetzte Aussehen als "Used Look" oder auch "Vintage-Style" bezeichnet. Es gibt verschiedene Verfahren, um den fabrikneuen Jeans diesen Extracharme zu verpassen. Viele Unternehmen setzen in der Produktion aber die so genannte Sandstrahltechnik ein, die als schnell und preiswert gilt: Dabei wird die Hosenoberfläche unter hohem Druck mit feinem Sand bestrahlt. Das passiert häufig in Entwicklungs- oder Schwellenländern wie zum Beispiel Bangladesch oder China. In vielen Fabriken machen die Arbeiter das per Hand mit Schläuchen. In manchen Fabriken wird auch mit einem mechanischen Verfahren in geschlossenen Sandstrahlkabinen gearbeitet, die aber häufig nicht gut genug abgedichtet sind.


Häufig tragen die Arbeiter keine ausreichende Sicherheitskleidung, so dass sie bei der Arbeit Sandstaub einatmen, in dem auch Quarz enthalten ist. Das kann schon nach kürzester Zeit dazu führen, dass sie eine so genannte Staublunge, also die Lungenkrankheit Silikose bekommen. Dann leiden sie unter Atemnot, Husten, Erbrechen und ersticken im schlimmsten Fall sogar. Über die gesundheitliche Gefahr des Sandstrahlens sind sich viele Arbeiter aber nicht bewusst.


Sandstrahlen aus Zeitdruck

Nachdem das Problem vor einigen Jahren bekannt wurde, ist die Sandstrahltechnik in vielen europäischen Ländern stärker reguliert und auch in früheren Produktionsländern wie der Türkei wurde das Verfahren verboten. Einige Markenfirmen folgten dem Aufruf einer Initiative und verkündigten, dass sie freiwillig auf den Einsatz der Sandstrahltechnik verzichten. Studien deuten aber darauf hin, dass dieses Verbot nicht immer durchgesetzt wird: Einerseits halten sich offenbar viele Zulieferer nicht an die Vorgaben der Auftraggeber. Andererseits verlangen viele Markenfirmen aber auch, dass ihnen die entsprechenden Jeans innerhalb kurzer Zeit geliefert werden, so dass die Zulieferer faktisch keine Alternative haben, als das Sandstrahl-Verfahren einzusetzen.



Wie erkennt man im Kleidungsgeschäft, ob eine Jeans mit Sandstrahlen behandelt wurde oder nicht?

  • Ist eine Jeans dunkelblau und kein Used-Look oder Vintage-Style sichtbar, dann ist es ganz klar: Der Jeansstoff wurde nicht durch Sandstrahlen behandelt.
  • Ein Siegel, dass das gesundheitsgefährdende Sandstrahl-Verfahren nicht angewendet wurde, gibt es laut Berndt Hinzmann von der Kampagne für Saubere Kleidung beim INKOTA-netzwerk nicht. Unternehmen, die Mitglied in der Fair Wear Foundation sind, verpflichten sich jedoch für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz zu sorgen.
  • Wer zwar auf die Sandstrahlen, aber nicht auf das abgewetzte Aussehen seiner Jeans verzichten möchte, sollte sich über die Produktionsverfahren der Marke informieren. Hilfreiche Informationen dafür liefern die Stiftung Warentest und die Kampagne für Saubere Kleidung.
  • Übrigens gibt es auch die Möglichkeit, sich aktiv gegen den Einsatz der Sandstrahlentechnik zur Bearbeitung von Jeans zu engagieren. Mehr Informationen dazu gibt es hier.

(JD)

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  • Sneaker stehen neben einem Laufband, an dem asiatische Arbeiter Turnschuhe fertigen. Bild: panpote / fotolia.com

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    Dass so ein Sportschuh ganz locker 100 Euro oder sogar mehr kosten kann, wundert einen ja kaum noch. Aber wo bleibt die ganze Kohle eigentlich? Und wie viel hat eine asiatische Näherin davon?

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