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UV-Schutz-Kleidung

Sonnenschutz in Klamotten

Der beste Sonnenschutz ist die Kleidung. Wer spezielle UV-Schutz-Textilien sucht, kann dabei schnell den Überblick verlieren. Wir haben sie mal in die Sonne gehalten!

Mann mit Sonnenbrand (Bild: sxc.hu / zulema011)
Bild: sxc.hu / zulema011

Erschreckende Zahlen: Rund 140.000 Deutsche erkranken jährlich an Hautkrebs - Tendenz steigend. Eine der Hauptursachen sind zu lange, ungeschützte Sonnenbäder. Besonders schlimm: Jugendliche finden Braunsein klasse und nehmen dafür sogar einen Sonnenbrand in Kauf... Und das rächt sich. Denn so sehr unser Körper die Sonne braucht, so schädlich ist zu viel davon. Vor allem die Haut von Kindern und Jugendlichen ist besonders gefährdet. Zum einen ist sie noch dünner, zum anderen kann sie sich noch nicht so gut selbst schützen. Also muss man nachhelfen. Der beste Schutz ist, die Sonne zu meiden oder zumindest nicht so lange zu brutzeln. Auch im Schatten haben die Strahlen noch eine gemeine Kraft. Der zweitbeste Möglichkeit ist, den Körper abzudecken - sprich: geeignete Kleidung zu tragen. Erst danach folgt die Sonnencreme. Die ist natürlich auch trotz Kleidung wichtig - nämlich für die Stellen, die kleidungsfrei sind. Das sind vor allem das Gesicht und die Hände.


Shirt als natürlicher Schutz

Zunächst einmal: Jedes Kleidungsstück ist eine Barriere für die Sonne. Je enger der Stoff gewebt ist, desto besser. Leichte, transparente Gewebe, wie man sie im Sommer gerne trägt, lassen aber häufig zu viel Strahlung durch! Außerdem haben Forscher der Universität Bochum herausgefunden: Je dunkler die Farben sind, desto besser ist der Schutz. Ein kräftiges Rot und Grün sind am wirksamsten. Und: Polyester ist im Vergleich zu Baumwolle die bessere Sonnenabwehr. Für besonders empfindliche Menschen kann Extra-UV-Schutz-Kleidung sinnvoll sein. Aber der Markt ist groß - vor allem bei Sport- und Outdoorklamotten. Die UV-Kleidung muss nicht unbedingt teuer sein.


Extra-Klamotten

Es gibt verschiedene Arten von UV-Schutz-Kleidung: Viele Hersteller weben einfach die Stoffe besonders eng. Sie benutzen bestimmte Farben und Stoffe (Kunstfasern), um die Sonnenstrahlen zu blocken. Andere bringen in Form von Chemie zusätzlichen UV-Schutz in die Kleidung. Der große Nachteil hierbei ist, dass sich die chemischen Substanzen auswaschen können und somit nicht mehr wirken. Gängiger sind daher physikalische Methoden, Textilien UV-fest zu machen - zum Beispiel durch Titandioxid. Kleine Pigmente, auch Nanopartikel genannt, wehren die UV-Strahlung ab. Die Partikel werden bereits bei der Herstellung in die Fasern eingeschmolzen und können nicht abgerieben oder ausgewaschen werden. Fest eingebunden in die Kleidung, können die kleinen Teilchen nicht in die Haut eindringen und die Gesundheit gefährden.


Der UV-Schutzfaktor

Man kennt es vom UV-Schutzfaktor bei Sonnencreme: Der gibt an, wie viel länger man mit Creme in der Sonne bleiben darf als ohne. Das ist typabhängig! Mit sehr blasser Haut und hellen Haaren sind es zum Beispiel höchstens fünf Minuten. Bei Sonnenschutzfaktor 20 wären es 100 Minuten; davon sollen aber nur zwei Drittel ausgeschöpft werden. Das wäre also rund eine Stunde. Die UV-Schutzangabe bei Kleidung ist vergleichbar mit dem Lichtschutzfaktor von Sonnenschutzcreme. Textilien schützen aber in der Regel besser: Cremt man sich mit Sonnencreme beispielsweise zu dünn oder ungleichmäßig ein, wirkt sie nicht so gut. Außerdem spülen bzw. reiben Wasser oder Sand die Creme ab.


UV-Schutz-Labels

Einige Firmen lassen ihre UV-Schutz-Kleidung zertifizieren. Es gibt unterschiedliche Labels, die an das T-Shirt oder die Kappe geheftet werden. Vor allem drei Kennzeichen sind bei uns zu finden.

  • UV-Standard 801: Sehr aussagekräftig. Entwickelt vom Forschungsinstitut Hohenstein, bezieht sich das Kennzeichen nicht nur auf den Schutz durch den ungetragenen, neuen Stoff, sondern auch auf das gewaschene, feucht und gedehnte Textil. Die Tester prüfen das Kleidungsstück also im Gebrauch.
  • Die Australisch-neuseeländische Norm: Das gebräuchlichste Kennzeichen. Doch diese Norm gilt nur für neue Textilien im trockenen Zustand. Wie der Sonnenschutz tatsächlich beim Tragen ist, wird nicht überprüft. Daher ist er nicht so verlässlich wie der UV-Standard 801.
  • Der Europäische Standard: Berücksichtigt ebenfalls ausschließlich neue, trockene Textilien. Allerdings wird nur Kleidung zertifiziert, die einen hohen Schutzfaktor hat und viel Haut bedeckt (bis zum Knie und an die Ellbogen).


Fünf heiße Tipps

Junge Frau in einem Rapsfeld in Sommerkleidung
Bild: sxc.hu / tdnb

  1. In der Sonne so wenig Haut wie möglich zeigen!
  2. Ein dunkles, dicht gewebtes Shirt aus Polyester schützt am besten.
  3. Bei spezieller UV-Kleidung auf Zertifikate achten - UV-Standard 801 ist besonders empfehlenswert.
  4. Kopfbedeckung und Sonnenbrille nicht vergessen!
  5. Auch mit Kleidung zwischendurch aus der Sonne gehen und unbedeckte Körperteile mit Sonnencreme (hoher LSF) einschmieren.

(AB)

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