Du bist hier:
  • Diesen Artikel drucken
  • Diesen Artikel empfehlen

App-Berechtigungen

Kontakt-Zugriff für Facebook und Snapchat? Lieber nicht!

Bei Apps, die dein Adressbuch auslesen wollen, solltest du ganz genau forschen, warum sie das wollen.

Zwei Hände halten ein Android-Smartphone, auf dem die Anmeldemaske der Facebook-App zu sehen ist. Bild: checked4you
Bild: checked4you

Du kennst das sicher: Du installierst eine App, die unter ihren Berechtigungswünschen den Zugriff auf deine Kontakte fordert. Und was passiert dann mit den Einträgen? Bei Snapchat zum Beispiel werden sie mit den Profilen aller Snapchat-Nutzer abgeglichen. Sind Kontakte aus deinem Smartphone auch bei Snapchat, können ihnen laut Snapchat-Datenschutzbestimmungen Informationen über dich geschickt werden.

Facebook geht noch weiter: Die App bietet dir die Möglichkeit, dein Adressbuch direkt hochzuladen. Das lässt sich in den App-Einstellungen deaktivieren und bei den aktuellen Facebook-Nutzungsbedingungen solltest du das unbedingt machen. Wie, das zeigen wir hier:


Wer neugierig ist und in dem Hinweistext aus Bild 4 auf den kleinen Link "verwalten oder löschen" klickt, erfährt Folgendes: "Nur du kannst deine Kontakte und die dazugehörigen Informationen sehen. Facebook nutzt die Informationen zu deinen Freunden jedoch, um dir und anderen Personen Freunde vorzuschlagen und einen besseren Service für alle zu bieten." Was Facebook genau unter "besserer Service für alle" versteht, bleibt unklar.

Sehr klar allerdings ist die Rechtslage in Deutschland: Wer Daten an Dritte weitergibt, muss dafür das Einverständnis der Betroffenen haben. Wenn du also Facebook erlaubst, auf die Daten deiner gespeicherten Kontakte zuzugreifen, brauchst du rein rechtlich von jedem einzelnen Kontakt die Erlaubnis dazu. Die einzuholen (am besten auch noch schriftlich) ist ja vollkommen absurd.


Stell dir vor, es gibt Leute in deinem Freundeskreis, die Facebook ganz bewusst ihre Handynummer nicht verraten. Über dich gelangt die Nummer dann doch ins Netzwerk. Blöde Sache oder?!



Update 25. August: Noch verstärkt wird die Angelegenheit dadurch, dass WhatsApp (das ja zu Facebook gehört) seine AGB im August 2016 dahingehend geändert hat, dass Informationen der App auch an Facebook weitergegeben werden sollen. Wenn dazu auch die Kontakte gehören - wovon auszugehen ist - dann gelangen deren Nummern somit doch wieder an Facebook (und z. B. an Instagram, die auch zu Facebook gehören ...). WhatsApp schreibt selbst in seinen FAQ zum Thema, dass man der Verwendung der Daten zu Werbezwecken widersprechen könne, um gleich danach zu ergänzen: "Die Facebook-Unternehmensgruppe wird diese Information trotzdem erhalten ...".


Und das sind nur Beispiele - unser Rat gilt natürlich für jede App, die Zugriff auf deine Kontakte fordert: Überlege dir genau, welche App zugreifen darf und was die Betreiber mit den Daten machen wollen! Denn du hast die Verantwortung dafür!


Noch ein Tipp

In iOS und Windows kannst du in den Einstellungen der Betriebssysteme jeder einzelnen App bereits eingeräumte Rechte wieder entziehen. Bei Android funktioniert das leider erst ab Version 6 (Marshmallow).


(hamo)

Wie hat dir der Artikel gefallen? Top oder Flop?