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MOSH und MOAH

Mineralöle in Kosmetika erkennen und vermeiden

In vielen Cremes und Kosmetikprodukten stecken Mineralöle, gewonnen aus Erdöl. Einige können Krebs auslösen.

Frauenhände halten einen Crème-Tigel. Bild: krimar/Fotolia.com
Bild: krimar/Fotolia.com

Mineralöle werden in vielen Kosmetikprodukten eingesetzt. Denn sie sind preiswert und lange haltbar. Aber sie sind auch bedenklich: einige stehen im Verdacht, Krebs auszulösen. Vor allem Lippenpflege gelangt schnell in den Körper, weil ihre Inhaltsstoffe über den Mund aufgenommen werden. Handcremes werden ebenfalls häufig "mitgegessen". Aber auch eine Aufnahme über die Haut kann für die problematischen Stoffe nicht ausgeschlossen werden.

In Produkten zur Nasenpflege hat die Stiftung Warentest einige Schadstoffe gefunden. Auch Körperöle, Cremes, Lippenpflege, Hairstyling und Vaselinen hat die Stiftung auf aromatische Mineralöle (MOAH: Mineral Oil Aromatic Hydrocarbon) untersucht. In allen geprüften Produkten konnten die Tester die unerwünschten MOAH nachweisen, und zwar bis zu 15.000 mal mehr als in Lebensmitteln durch Verunreinigungen aus Druckfarben gefunden wurden. In einer Vaseline waren neun Prozent dieser Substanzen enthalten.


Die zwei Guppen MOSH und MOAH

Mineralöle werden in zwei Gruppen unterteilt: in MOSH (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons, gesättigte Kohlenwasserstoffe aus Mineralölen) und aromatische MOAH (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons, aromatische Kohlenwasserstoffe aus Mineralölen).

Bei diesen MOAH handelt es sich um eine komplexe Mischung von Stoffen, deren Einzelverbindungen noch nicht alle identifiziert sind und deren Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit noch nicht bewertet wurde. Ähnliche chemische Verbindungen, die PAK (polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe) sind zum Teil krebserregend. Daher stehen auch die verwandten MOAH unter dem begründeten Verdacht, Krebs auslösen zu können.

Die gesättigten Mineralöle (MOSH) sind in allen Mineralölen enthalten, egal wie sorgfältig diese gereinigt oder nachbehandelt wurden. MOSH finden sich beim Menschen häufig als Ablagerungen in Form von Fettkörnchen in der Leber, in der Milz und in den Lymphknoten wieder. Auch hier sind die Auswirkungen auf die Gesundheit unklar. Daher empfiehlt die Verbraucherzentrale NRW, auf mineralölhaltige Kosmetikprodukte ganz zu verzichten.

Wer Mineralöle meiden möchte, sollte zu Produkten mit tierischen oder pflanzlichen Fetten und Ölen greifen. Steht einer der folgenden Begriffe in der Liste der Inhaltsstoffe ("Ingredients"), ist Mineralöl in der Kosmetik:

  • Cera Microcristallina
  • Microcristallina Wax
  • Ceresin
  • Mineral Oil
  • Ozokerite
  • Paraffin
  • Paraffinum Liquidum
  • Petrolatum

Ihr könnt auch auf Siegel achten: In zertifizierten Naturkosmetikprodukten, zum Beispiel mit dem BDIH- oder Natrue-Siegel, sind Inhaltsstoffe auf der Basis von Erdöl – also auch Mineralöle – verboten.


(hamo)

Der Text dieses Beitrags steht unter Creative-Commons-Lizenz: Was bedeutet das?

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