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Einkaufen im Internet

Deine Rechte beim Online-Shopping

Eine kostenlose Bezahlmethode, 14 Tage Widerrufsrecht und die Button-Lösung: das sind die Regeln für den Internet-Einkauf.

Ein 5-Euro-Schein und Münzen liegen auf einer Tastatur als Symbol für Online-Shopping. Bild: v.poth / Fotolia.com
Bild: v.poth / Fotolia.com

Die Bezahlung

Wenn du in einem Online-Shop einkaufst, bieten die Händler meistens verschiedene Zahlweisen an. Die meisten sind seit dem 13.01.2018 für dich kostenlos - der Händler darf kein zusätzliches Entgelt mit dir vereinbaren. Du musst also nichts extra dafür zahlen, dass du per Lastschrift, Überweisung oder mit Karte zahlst. Das gilt für alle gängigen Debit- und Kreditkarten wie z. B. „Girocard“, „Mastercard“ oder „Visa“. Auch die Zahlung mit Diensten wie „Sofortüberweisung“ muss kostenlos geschehen. Paypal hat Händler auch verpflichtet, dir als Verbraucher keine Zusatzkosten für die Nutzung seines Zahlungsdienstes zu berechnen.


Wenn ein Händler für die Zahlungsmethoden Geld verlangt, und du aber unbedingt bei ihm bestellen willst, kannst du theoretisch die Gebühr für die Bezahlung anschließend zurück verlangen. Das bedeutet aber meistens viel Stress und riesigen Aufwand. Vielleicht guckst du da besser nach einem anderen Händler.


Die Button-Lösung

Diese Seiten gibt es leider auch im Internet: Du siehst dir etwas Interessantes an, z.B. ein Kochrezept, und willst es herunterladen. Dazu klickst du auf einen Button und hast, ohne es wirklich zu merken, plötzlich ein Abo an der Backe. Dem hat der Gesetzgeber 2012 einen Riegel vorschieben wollen. Deshalb gibt es im BGB den § 312j. Er besagt, dass ein Bestell-Button deutlich beschriftet sein muss, damit der Kunde erkennt, was er da macht. Die Worte "Zahlungspflichtig bestellen" oder eine andere entsprechend eindeutige Formulierung verlangt das Gesetz. Gibt es so eine Formulierung nicht und bekommst du anschließend eine Rechnung, kannst du dagegen angehen - zum Beispiel mit einem unserer Musterbriefe. Wenn du Hilfe brauchst, bekommst du sie z.B. von einem Rechtsberater der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.


Das Widerrufsrecht

Wenn du online etwas kaufen willst, kannst du die Ware nur auf Fotos sehen und musst dich auf Beschreibungen verlassen. Deshalb gibt es im BGB die §§ 312g und 355. Sie besagen, dass man bei Bestellungen im Internet 14 Tage Zeit hat, sich doch gegen den Kauf zu entscheiden. Wenn du die Ware innerhalb dieser Zeit nur prüfst, kann der Händler von dir hinterher auch keinen Wertersatz verlangen. Die 14 Tage beginnen dann, wenn du das Paket tatsächlich bekommst. Braucht die Post zum Beispiel ein paar Wochen (vielleicht, weil sie gerade streikt), erlischt dadurch dein Widerrufsrecht nicht. In einem gesonderten Artikel erklären wir, was du tun musst, damit dein Widerruf wirksam wird und warum bei digitalen Dingen das Widerrufsrecht erlöschen kann.


Die Reklamation

Wenn deine Ware kaputt ankommt oder im Laufe einer gewissen Zeit kaputt geht, kannst du sie reklamieren. Wichtige Begriffe dabei sind Gewährleistung und Garantie. Der Unterschied? Gewährleistung ist im Gesetz geregelt (§ 437 BGB), die Garantie gibt der der Verkäufer oder Hersteller eines Produkts freiwillig. Deshalb kann er auch festlegen, welche Fehler die Garantie umfasst und wie der Ablauf aussieht, diese Fehler zu beheben. Einige Firmen reparieren z.B. gar nicht, sondern tauschen euer defektes Gerät gegen ein anderes aus. In diesem Artikel erfährst du mehr.


(hamo)

Der Text dieses Beitrags steht unter Creative-Commons-Lizenz: Was bedeutet das?

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