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Werbung auf Facebook steuern

Wie funktioniert das mit den Anzeigen auf Facebook? Hier erklären wir, welche Einstellungen du vornehmen solltest und welche lieber nicht.

Ein Smartphone in einer Hand mit Facebook auf dem Display. Bild: Facebook
Bild: Facebook

Nein, du kannst Werbung bei Facebook nicht komplett abschalten. Aber du kannst nachvollziehen und steuern, warum dir welche Werbung angezeigt wird. Und du kannst einstellen, wer außer dir noch erfahren soll, auf welche Sachen du stehst. Was toll klingt, ist gerade das, was Datenschützer nervt: Denn so lernt dich Facebook ganz genau kennen. Mit diesen Informationen, die du der Firma Facebook kostenlos gibst, verdient sie ziemlich viel Geld: mehr als 9,16 Milliarden US-Dollar weltweit allein durch Werbung von April bis Juni 2017! Das zeigen die Unternehmensdaten auf der amerikanischen Faceook-Seite.

In deinen Facebook-Einstellungen kannst du den Umgang mit Werbung etwas steuern. Das Netzwerk unterscheidet zwischen drei Möglichkeiten, dir zu deinen Interessen passende Werbung anzuzeigen:

  1. Werbung auf Facebook, die ausgesucht wird anhand deines Nutzungsverhaltens bei Facebook (z.B. welche Seiten du likst, mit welchen Beiträgen und Absendern du interagierst etc.)
  2. Werbung auf Facebook, die ausgesucht wird durch dein Nutzungsverhalten außerhalb Facebooks (z.B. welche Websites du besuchst, welche Apps du nutzt, mit wem du auf WhatsApp kommunizierst etc.)
  3. Werbung außerhalb Facebooks (also in anderen Apps oder auf anderen Internetseiten), die danach ausgewählt wird, was du auf Facebook machst.

Einstellen kannst du alles über diesen Link oder indem du im blauen Balken oben rechts auf das kleine Dreieck klickst (oder auf einem Mobilgerät auf die drei waagerechten Striche rechts unter dem blauen Balken), dann auf "Einstellungen" (bzw. "Kontoeinstellungen") und dort in der linken Navigation auf "Werbeanzeigen".

Screenshot der Facebook-Einstellungen für Werbeanzeigen. Screenshot: checked4you
Screenshot: checked4youDie empfohlenen Einstellungen für Werbeanzeigen auf Facebook.

Die Seite wurde von Facebook unlängst überarbeitet – vor allem grafisch. Wir beschäftigen uns zunächst mit den "Einstellungen für Werbeanzeigen". Auf die anderen Punkte der Seite gehen wir später im Text ein. Der erste Bereich beschäftigt sich mit der Frage, ob du auf Facebook Werbung von Websites oder anderen Apps angezeigt haben möchtest, die du außerhalb Facebooks besucht und genutzt hast. Wir empfehlen, hier Nein auszuwählen.

Im zweiten Bereich legst du fest, ob du außerhalb Facebooks Werbeanzeigen sehen willst, die aufgrund deiner Facebook-Nutzung ausgesucht werden. Auch hier empfehlen wir Nein. Das heißt allerdings nicht, dass Facebook dadurch nicht erfährt, was du auf anderen Internetseiten machst. Wie das für das Netzwerk nachvollziehbar ist, erklären wir im Artikel über Facebooks Nutzungsbedingungen.

Der dritte Bereich heißt Werbeanzeigen mit deinen sozialen Handlungen. Darin stellst du ein, wer auf Facebook sehen darf, was dir im Netzwerk gefällt. Klickst du auf den Balken, siehst du ein Beispiel einer Facebook-Anzeige, die mit deinem Namen verknüpft ist. Du kannst dann wählen, ob nur deine Freunde deine Interessen sehen dürfen oder niemand. Check mal deine "Freunde"-Liste: Sollen davon wirklich alle sehen, was du auf Facebook magst? Wenn nicht, solltest du Niemand auswählen.

Wie Facebook dich besser kennenlernt

Die Punkte oberhalb der Einstellungen für Werbeanzeigen sind besonders interessant. Hier kannst du sehen, was Facebook schon anhand deines Nutzungsverhaltens über dich herausgefunden hat. In Deine Interessen speichert das soziale Netzwerk alle Schlüsselbegriffe ab, zu denen du mal was gemacht hast: die Seite einer TV-Sendung mit "Gefällt mir" markiert, den Beitrag einer Band geteilt, den Trailer eines Kinofilms angesehen, eine Internetseite mit Technik-Themen besucht ... schon füllt sich die Liste.

Fährst du mit der Maus über einen Eintrag (ohne drauf zu klicken), wird dir angezeigt, warum der Begriff deinem Profil zugeordnet wurde. Mit einem Klick aufs Kreuz kannst du ihn entfernen. Wir raten aber davon ab, das zu oft zu machen. Denn je präziser du deine Interessen beschreibst, desto wertvoller wird dein Profil für Facebook und desto mehr Geld kann das Unternehmen mit deinen Daten machen, ohne dass du einen Cent davon siehst. Leider kannst du Facebook nicht verbieten, diese Liste anzulegen. Somit wäre es auch sinnlos, sie komplett zu löschen (wozu du jeden einzelnen Begriff entfernen müsstest).

Das ist aber noch nicht alles: Im Bereich Deine Informationen gibt es den Reiter Deine Kategorien. Hier weist dir der Facebook-Algorithmus (also die künstliche Intelligenz im Hintergrund) Kategorien zu, die er anhand deines Nutzungsverhaltens für zutreffend hält.

Neu ist die Möglichkeit, ein paar deiner Profil-Angaben für die Nutzung zu Werbezwecken zu sperren. Das geht im Bereich Deine Informationen und sieht dann so aus:

Screenshot der Möglichkeit in den Facebook-Einstellungen, einige Angaben im Profil zu Werbezwecken zu nutzen. In diesem Fall: Beziehungsstatus, Arbeitgeber, Berufsbezeichnung und Ausbildung.
Screenshot: checked4you

Wer aufmerksam gelesen hat, wird wissen, dass wir auch an dieser Stelle empfehlen, alle Schieber auf aus zu klicken.


Nicht vorhanden ist die Möglichkeit, Facebook zu verbieten, deinen Namen und dein Profilfoto für Werbeanzeigen auf Websites außerhalb Facebooks zu nutzen (z.B. im Like-Button-Plugin). Das Netzwerk räumt sich dieses Recht in seiner umfangreichen Datenrichtlinie ein, der du nach Ansicht der Betreiber schon durch die schlichte Nutzung von Facebook zustimmst.


Die so genannte Custom Audience

Und dann gibt es noch den Bereich Werbetreibende, mit denen du interagiert hast. Hierin gibt es unter anderem den Punkt "Hat deine Kontaktinformationen". Wenn du dort Firmen siehst, kannst du davon ausgehen, dass sie Daten von dir an Facebook übergeben haben, die du auch auf Facebook nutzt. Das kann zum Beispiel die gleiche E-Mail-Adresse sein. Weil das Verfahren und die Datenschutz-Probleme nicht ganz einfach erklärt sind, beschreiben wir es in einem separaten Artikel. An dieser Stelle kurz gesagt: Du kannst dort jeden Eintrag weg klicken und somit das Anzeigen der gezielten Werbung von den entsprechenden Marken beenden. Das gleiche gilt auch für die Liste "deren Website oder App du verwendet hast".


Infos an den Werbeanzeigen abfragen

Eine Beispiel-Werbung auf Facebook mit der Schaltfläche "Warum wird mir das angezeigt?" Foto: Facebook
Foto: Facebook

Neben diesen Einstellungen hast du auch noch an Werbeanzeigen direkt verschiedene Möglichkeiten. Die Anzeigen haben einen kleinen Pfeil, über den du erfahren kannst, warum dir genau die Werbung gezeigt wird. Du kannst dort anklicken, dass du die Anzeige nützlich findest. Du nimmst also an Marktforschung teil, ohne es wirklich gesagt zu bekommen. Denn du zeigst Facebook, dass du künftig weitere Werbung aus dem Themenbereich sehen möchtest. Somit lieferst du den Netzwerk-Machern weitere Daten von dir, die sie zum Beispiel zu Geld machen können. Seit den Enthüllungen durch Edward Snowden ist es kein Geheimnis mehr, dass solche Erkenntnisse auch an Regierungsbehörden weitergegeben werden können. Es gab schon Berichte über Fälle, in denen Menschen nicht in die USA einreisen durften, weil sie sich für gewisse Themen interessierten und engagierten, die der US-Regierung nicht passten. Wer in die USA reisen will, muss inzwischen seine Zugangsdaten für soziale Netzwerke nennen, damit die Heimatschutzbehörde nach verdächtigen Beiträgen suchen kann. Und die USA sind nicht das einzige Land, das Menschen anhand von Social-Media-Profilen durchleuchtet.

Die Erklärung, weshalb auf Facebook eine bestimmte Werbung angezeigt wird. Foto: Facebook
Foto: Facebook

Klickst du in der Auswahl auf "Warum wird mir das angezeigt?", öffnet sich ein Fenster mit der Antwort. In diesem Beispiel lautet sie: "Weil Facebook Ref Personen die in Deutschland leben erreichen möchte." Weil du in deinem Profil angegeben hast, dass du in Deutschland wohnst und weil Facebook anhand deiner Internetverbindung feststellt, dass du in Deutschland bist, erscheint diese Werbung. Von diesem Fenster aus kannst du auch einstellen, zu welchen allgemeinen Themen du Werbung sehen willst. Auch hier wieder: Marktforschung.

In unserem Überblick zu den Facebook-Nutzungsbedingungen erfährst du mehr darüber, wie Facebook seit Januar 2015 an deine Daten kommt und was es nach eigener Ansicht damit machen darf.


(hamo)

Der Text dieses Beitrags steht unter Creative-Commons-Lizenz: Was bedeutet das?

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