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Strom sparen

Stromfresser Stand-by

Alltag Zuhause: die Geräte sind aus, leuchten aber trotzdem. Fast jede elektrisch betriebene Kiste steht allzeit bereit, um schnell wieder angemacht werden zu können. Und alle ziehen sie sich bei der Warterei Strom ohne Ende...

Leuchtender Stand-By-Schalter (Bild: sxc.hu / mrceviz)
Bild: sxc.hu / mrceviz

Nur mit solchem Stand-by-Gedöns verbrauchen wir in Deutschland mal lässig ca. 20 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom pro Jahr - um diese Menge zu erzeugen, muss rund um die Uhr ein Kernkraftwerk laufen. Die könnte man auch lieber abschalten...


Gehen wir doch mal ein durchschnittliches Zimmer vieler Jugendlicher durch: sagen wir, da steht schon mal die Hifianlage. Dann ein PC oder Laptop mit kompletter Peripherie (Drucker, Aktivboxen, kabelloser Maus und Tastatur, Monitor usw.) und damit haufenweise Netzteile, sichtbare und unsichtbare Stand-by-Funktionen. Dann steht da womöglich noch ein Fernseher, der hat so gut wie immer was am leuchten. Wer noch eine Spielekonsole am Start hat, sollte wissen, dass deren Stand-by-Verbrauch oftmals höher ist als der des Fernsehers. Ach, ist da noch ein Radiowecker neben dem Bett? Und vielleicht steckt das Ladegerät des Handys und des MP3-Players die meiste Zeit in der Steckdose? Das zieht die ganze Zeit Strom! Denn Stand-by heißt nicht unbedingt "mit Lämpchen": es gibt auch viele Geräte, die nicht leuchten, und trotzdem auch ausgeschaltet noch Strom verbrauchen, wie eben z. B. Netzteile. Fazit: In diesem gut gefüllten Beispiel-Zimmer kommt der/die Bewohner/in auf einen Stand-by Verbrauch von 20 Watt. Das auf ein ganzes Jahr gerechnet ergibt schnell ca. 50 Euro und zwar nur fürs Rumstehen (ca. 2,55 Euro/Watt Stand-by).


Was man dagegen tun kann, ist denkbar simpel: die Geräte ganz ausschalten. Da man aber wie gesagt nicht immer sicher sein kann, dass dann auch kein Strom mehr fließt, ist eine Steckerleiste mit Schalter eigentlich die beste Lösung. Um nicht gleich jeden Tag die Uhrzeit am Receiver neu einstellen zu müssen, kann man den zur Not ja separat stecken - wenn der ganze Rest wegfällt, hat man immerhin schon gehörig reduziert. Wesentliches Argument für Stand-by-Funktionen ist ja nicht zuletzt unsere Bequemlichkeit: so kann man alles wieder aktivieren, ohne seinen Hintern vom Sofa hieven zu müssen.


Abbildung des Geräts

Um sich das zu erhalten, gibt es noch die Möglichkeit, so genannte "Vorschaltgeräte" einzusetzen. Das Praktische an den Geräten: die Stand-by-Funktion bleibt als solche erhalten, aber der Verbrauch wird trotzdem reduziert (s. Abb.). Gilt natürlich nur, wenn der Strombedarf des Vorschalters niedriger ist als die eingesparte Stand-by-Menge der angeschlossenen Elektrogeräte - also auf die Angaben auf der Verpackung achten. Die Dinger kosten so etwa zwischen 5 und 30 Euro, je nach Anbieter und Funktionsumfang. Nun, Umweltbewusste können das Stromsparen aber auch gleich noch mit etwas Training kombinieren! Denn natürlich muss man ans Gerät ran, wenn man auf die ständige Stand-by-Bereitschaft verzichtet. Die Entfernungen dürften aber gerade noch so zu meistern sein, selbst für hart gesottene Bewegungs-Verweigerer...


(Wi)



Wer Fragen zu solchen Themen hat, kann die auch beim "Energielotsen" der Verbraucherzentrale NRW loswerden und bekommt schnell und unkompliziert Auskunft!

Der Text dieses Beitrags steht unter Creative-Commons-Lizenz: Was bedeutet das?

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