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Peer-to-Peer

WhatsApp verschlüsselt – Kritik am Datenschutz bleibt

Auch wenn WhatsApp per Ende-zu-Ende-Verschlüsselung die Inhalte von Nachrichten schützt, können viele Infos der Nutzer gesammelt und weitergegeben werden.

WhatApp-Logo auf schwarzem Hintergrund. Logo: WhatsApp
Logo: WhatsApp

"Legale WhatsApp-Verwendung ist praktisch unmöglich." Dieser Satz des österreichischen IT-Professors Peter Burgstaller sorgte Anfang 2016 im Netz für Diskussionen. Seine Kritik: zu wenig Datenschutz. Trotzdem nutzen inzwischen mehr als eine Milliarde Menschen weltweit den Messenger.

Auch wir kritisieren WhatsApps Datenschutzerklärung. Okay, im April 2016 haben die WhatsApp-Macher die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eingeführt. Das bedeutet: Die Inhalte aller Nachrichten können nur vom Absender und Empfänger gesehen werden. Kein Geheimdienst, keine Kriminellen und auch nicht WhatsApp können die Texte, Fotos, Videos etc. sehen. Voraussetzung ist, dass alle Gesprächsteilnehmer die aktuelle WhatsApp-Version nutzen. Ein Schritt in die richtige Richtung.

Und trotzdem bleibt Kritik, die in der Natur des Messengers selbst liegt: Er durchforstet die gespeicherten Telefonnummern im Handy und darf sie an die WhatsApp-Server senden. Dort wird geprüft, welche Nummern bereits bekannt sind (also wer aus euren Kontakten auch WhatsApp nutzt). Das Problem besteht nun darin, dass damit Nutzerprofile erstellt werden können. Und auch wenn niemand an die Inhalte eurer Nachrichten kommt, kann er trotzdem sehen, wann ihr wie oft mit wem kommuniziert habt. Diese Infos will WhatsApp sogar mit sämtlichen anderen Unternehmen des Facebook-Konzerns teilen. Zu dem gehört WhatsApp nämlich seit 2014. Die Weitergabe der Daten von deutschen Nutzern war dem Unternehmen bis auf weiteres untersagt worden – durch eine Verfügung des Hamburger Datenschutzbeauftragten.

Was gibt es statt WhatsApp?

Die Alternative sind Messenger, die nicht auf Telefonnummern angewiesen sind. So könnt ihr du z.B. auf Threema oder Hoccer allein durch Nutzernamen bzw. Nutzer-ID kommunizieren, ohne die Kontaktdaten eurer Freunde preisgeben zu müssen.

Bevor ihr Daten eurer Kontakte an ein Unternehmen freigebt, solltet ihr euch genau überlegen, ob eure jeweiligen Kontakte das überhaupt wollen. Denn dies ist auch rechtlich nicht unproblematisch und wurde in der Vergangenheit auch unter Juristen heiß diskutiert.


(hamo)

Der Text dieses Beitrags steht unter Creative-Commons-Lizenz: Was bedeutet das?

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2 Kommentar(e)

  • satrocky
     

    Datenschutzlücken bei What's App

    Warum verklagt niemand diese Firma? Es muß doch rechtlich möglich sein einen Weg zu finden um mit WA kommunizieren zu können ohne sich strafbar zu machen!

    Mit freundlichem Gruß
    satrocky

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  • checked4you
     

    Datenschutz bei Internetdiensten

    Das ist das große Problem, vor dem das Internet allgemein steht: WhatsApp sitzt in Californien und unterliegt dort geltendem Recht. Datenschutzverstöße gegen amerikanisches Recht, sofern überhaupt welche vorliegen, können wir nicht verfolgen. Wir als Verbraucherzentrale NRW sind der Meinung, dass für Internetdienste die Regeln des Landes gelten sollten, in dem sie angeboten werden. Doch weltweit verfügbare Internetdienste unterwerfen sich häufig keinen unterschiedlichen nationalen Gesetzen, sondern handeln nach denen, die an ihrem Firmensitz gelten.

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